Deutscher Medien Preis

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Minister Thomas Strobl mit Präsident Barack Obama und Bundespräsident a.D. Joachim Gauck

Auszug aus der Rede von US-Präsident Barack Obama

Verleihung Deutscher Medienpreis am 26. Mai 2017 in Baden-Baden

"Seit einiger Zeit ist klar, dass sich die Welt an einem Wendepunkt befindet. Da wären das zunehmende Tempo der Globalisierung und das gnadenlose Tempo des technischen Fortschritts. Diese Veränderungen haben das Fundament von Gemeinschaften, einzelnen Familien und unserer kollektiven Politik erschüttert, in Industrienationen wie in Entwicklungsländern. Die Herausforderungen unserer Zeit - ob wirtschaftliche Ungleichheit, Klimawandel, Terrorangriffe oder Massenmigration - sind reale Herausforderungen, und das Tempo der Veränderungen und das Schrumpfen des Globus bedeuten, dass sie noch zunehmen werden.

Hinzu kommt: In einem Zeitalter der sofortigen Informationen können Fernsehen und Twitter einen stetigen Strom an schlechten Nachrichten liefern - und schüren damit häufig Unwohlsein und Kontroversen. Dabei kann der Eindruck entstehen, dass die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffene internationale Ordnung ständig auf dem Spiel steht und dass ihr Zentrum vielleicht nicht halten wird.

Die Menschen suchen dann nach einem Gefühl der Sicherheit, einem Gefühl der Kontrolle, nach festem Boden, auf dem sie stehen können. In manchen Fällen führt das zu neuen Rufen nach Isolationismus oder Nationalismus. Nach Rufen, die Rechte von anderen zu beschneiden und sich auf den bequemen Stand unkt zurückzuziehen, dass das, was gut für mich ist, ausreicht, und dass alle anderen auf sich selbst gestellt sind.

Diese Reaktionen sind verständliche und manchmal sogar verführerische Reaktionen auf veränderliche Zeiten. In Zeiten wie diesen suchen Menschen nach einem Gefühl der Sicherheit und Stabilität und Kontrolle in ihrem Leben, so dass unvermeidlich ist, dass unsere gesellschaftlichen Arrangements und unsere Politik eine Disruption erfahren.

Tatsächlich hat die Welt beim Übergang von der landwirtschaftlichen Ära in das Industriezeitalter schon einmal einen ähnlichen Moment durchlebt. Schon damals gab es die Versuchung, auf große Unsicherheit mit einem Rückfall in die Bequemlichkeit von Stammesdenken und Fremdenfeindlichkeit zu reagieren und mit einer Politik des „wir gegen die“ . Der Erste und der Zweite Weltkrieg haben uns allen auf nur zu schreckliche Weise gezeigt, was passiert, wenn wir auf Veränderungen nicht auf eine positive Weise reagieren, wenn wir von Angst geleitet sind statt von Hoffnung.

Wir wissen auch, dass es eine bessere Möglichkeit gibt, eine Möglichkeit, unsere Ängste zu besiegen, Spaltungen zu überbrücken, neu zu denken und zu handeln und stärker daraus hervorzugehen als zuvor. Auch das zeigt sich, wie bereits angesprochen wurde, an unserer Geschichte. Auch ich selbst habe es hier in Deutschland und überall auf der Welt schon gesagt: Eine der größten Leistungen in der Geschichte der Menschheit war die Art und Weise, wie die USA und Europa nach den schrecklichen Weltkriegen eine neue internationale Ordnung aufgebaut haben, die uns die Möglichkeit gegeben hat, eine bessere Vision für die Menschheit zu entwickeln - nicht immer perfekt und oft mit einigen Anlaufschwierigkeiten, aber kontinuierlich. Es ist eine liberale, marktbasierte Ordnung, die unseren individuellen Rechten - Meinungs-, Presse-, Religions- und Versammlungsfreiheit - den Vorrang gibt, und die Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Pluralismus hochhält."

Quelle Focus Online

 

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