Polizei

Verkehrsunfallbilanz 1. Halbjahr 2015

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Abgesicherter Unfallort. Quelle: Fotolia

Die Zahl der Verkehrstoten ist im 1. Halbjahr von 223 auf 221 gesunken, die Anzahl der Schwerverletzten von 4.600 auf 4.359 (minus 5,2 Prozent). „Diese Rückgänge sind erfreulich, aber es gibt leider immer noch viel zu viele schlimme Verkehrsunfälle, die das Leben der Beteiligten und deren Angehörigen tiefgreifend verändern“, sagte Innenminister Reinhold Gall am Mittwoch, 22. Juli 2015, bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz für das 1. Halbjahr 2015 in Stuttgart.
 
Während das Verkehrsunfallaufkommen insgesamt in den ersten sechs Monaten leicht anstieg (von 141.897 auf 146.636; plus 3,3 Prozent), war ein Rückgang bei den Unfällen mit Personenschaden von 17.488 auf 17.021 oder minus 2,7 Prozent sowie der dabei Verunglückten von 22.837 auf 22.413 oder minus 1,9 Prozent zu verzeichnen. Die Zunahme des gesamten Unfallaufkommens ist demnach auf einen Anstieg der Fälle, bei denen lediglich Blechschaden entstand, zurückzuführen.

Was die Ursachen schwerer Verkehrsunfälle angeht, konnte eine ähnliche Entwicklung wie im 1. Halbjahr 2014 festgestellt werden: Hauptunfallursachen bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden waren nach wie vor nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit (Anteil: 19,5 Prozent), gefolgt von Abstandsverstößen (Anteil: 18,8 Prozent) und Vorfahrtsverletzungen (Anteil: 18,2 Prozent). Bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge war im 1. Halbjahr 2015 sogar beinahe jeder zweite Verkehrsunfall auf die Ursache Geschwindigkeit zurückzuführen.
„Diese Zahlen zeigen mir, dass manche Verkehrsteilnehmer offensichtlich unbelehrbar und nur über Bußgelder zu erreichen sind“, unterstrich Minister Gall. Die Polizei gehe deshalb konsequent gegen alle Geschwindigkeitsüberschreitungen vor. Der Innenminister betonte: „Wir werden nicht müde im Kampf gegen Raser.“ Bei der polizeilichen Geschwindigkeitsüberwachung sind im laufenden Jahr schon 460.000 Verstöße geahndet worden. „Bereits wenige Kilometer zu schnell können über Leben oder Tod entscheiden. Die dramatischen Folgen von Raserei verdeutlichen, wie richtig und wichtig unsere Geschwindigkeitsüberwachung im täglichen Dienst sowie groß angelegte Kontrollaktionen wie die euro-paweiten Kontrollwochen oder der Blitz-Marathon sind“, hob der Innenminister hervor.

Die Entwicklung bei den Motorradunfällen bereitet dem Innenminister weiterhin Sorgen. Die Gesamtzahl der Motorradunfälle sei im Vergleichszeitraum zwar von 2.617 auf 2.362 (minus 9,7 Prozent) zurückgegangen. Ein ähnlicher Trend habe bei der Anzahl der Motorradunfälle mit Personenschaden festgestellt werden können (von 2.103 auf 1.938; minus 7,8 Prozent). Insgesamt verunglückten 2.037 Motorradfahrer (2014: 2.235; minus 8,9 Prozent), davon 54 tödlich (2014: 58), 749 schwer (2014: 816) und 1.234 (2014: 1.361) leicht. „Der negative Trend des Vorjahres konnte zwar gestoppt werden, dennoch ist die Lage nach wie vor besorgniserregend“, beklagte der Innenminister und verwies darauf, dass jeder vierte Verkehrstote in diesem Jahr ein Motorradfahrer war.
 
Beinahe zwei Drittel der selbst verursachten tödlichen Motorradunfälle im 1. Halbjahr 2015 sind auf die Hauptunfallursache Geschwindigkeit zurückzufüh-ren. „Wir haben deshalb unsere Motorradkontrollen weiter intensiviert und führen diese lagebildabhängig fort. Gerade an Wochenenden und in der Ferienzeit werden wir einen hohen Kontrolldruck aufrechterhalten“, betonte Reinhold Gall. Beispielgebend sei hier der Brennpunkteinsatz beim Polizeipräsidium Offenburg. Mit Unterstützung von Kräften des Polizeipräsidiums Einsatz wurden hierbei schlagkräftige und konzentrierte Kontrollaktionen zur Bekämpfung schwerer Motorradunfälle geführt.

Nach einer negativen Entwicklung bei den Fahrradfahrenden in der ersten Jahreshälfte 2014 war die Verkehrsunfallentwicklung diesmal positiver. „Mit einem deutlichen Rückgang der Fahrradunfälle insgesamt ging erfreulicherweise auch ein Rückgang der dabei verunglückten Fahrradnutzer um 7,4 Prozent von 4.003 auf 3.707 einher“, sagte der Innenminister. Die Anzahl der getöteten Fahrradfahrer ist von 22 auf 17, die Anzahl der Schwerverletzten von 978 auf 911 zurückgegangen. Der Anteil der Pedelecunfälle hat allerdings weiter zugenommen. „Seit 2010 bemerken wir einen kontinuierlichen Anstieg der Pedelecunfälle. Dies liegt an ihrer zunehmenden Verbreitung“, erklärte Gall und verwies darauf, dass der Anteil der Pedelecunfälle im 1. Halbjahr 2015 bereits 6,1 Prozent am Ge-samtunfallaufkommen von Fahrrädern ausmachte (Januar bis Juni 2010 bzw. 2014: 0,3 bzw. 5,0 Prozent). Hierbei seien 238 Pedelecnutzer verunglückt.

In diesem Zusammenhang warb der Innenminister für den diesjährigen Lan-des-Tag der Verkehrssicherheit, der am Freitag, 24. Juli 2015, in Heilbronn stattfindet. Unter dem Motto „Wissen schafft Verkehrssicherheit“ werden sich zahlreiche Partner der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR mit ihren Projekten und Kampagnen rund um die Verkehrssicher-heit präsentieren.


                                                                   *

Fakten zur Unfalllage in Baden-Württemberg im 1. Halbjahr:

  • Pro Woche ereigneten sich durchschnittlich 5.640 Verkehrsunfälle;
  • Pro Tag ereigneten sich durchschnittlich 93 Verkehrsunfälle mit leicht ̵ oder schwer Verletzten;
  • Jeden Tag verlor ein Mensch bei einem Verkehrsunfall sein Leben.


                                                                   *

Weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Verkehrssicherheit und zum Programm des Landes-Tages der Verkehrssicherheit stehen im Internet unter
www.gib-acht-im-verkehr.de oder unter www.polizei-bw.de zur Verfügung.

 

Anlage Schaubilder Verkehrsunfallentwicklung

 

Weitere Meldungen

Landeswahlleiterin
Landtagswahl am 8. März 2026

Wahlaufruf der Landeswahlleiterin

Wahlbrief wird in einen Postkasten geworfen. Quelle: Fotolia
Landtagswahl am 8. März 2026

Letzte Hinweise zur Briefwahl

Büro, Digitalisierung, Laptop
Digitalisierung

Gesundheitscloud MEDI:CUS im Pilotbetrieb – Ministerrat beschließt künftige Strukur

Baum mit einem Hinweisschild auf ein Wahllokal. Quelle: Fotolia
Landtagswahl am 8. März 2026

Stimmabgabe – so geht wählen

Gruppenbild mit Minister Thomas Strobl (3. von links) bei der Innovationskonferenz Drohnen
Sicherheit

Innenminister Thomas Strobl lädt zur ersten Innovationskonferenz Drohnen

Verabschiedung PP Uwe Stürmer, PP Ravensburg
Polizei

Ravensburger Polizeipräsident in den Ruhestand verabschiedet

Verabschiedung Bruchsal mittlerer Polizeivollzugsdienst
Polizei

333 bestens ausgebildete Polizistinnen und Polizisten verstärken die Polizei

Innenminister Thomas Strobl übergibt das Krisenmanagement-Handbuch an Ministerpräsident Winfried Kretschmann
Im Krisenmanagement gut aufgestellt

Krisenmanagement-Handbuch Baden-Württemberg

Polizeistreife bei Verkehrsunfall
Verkehrssicherheit

Bilanz des Verkehrswarndienstes Baden-Württemberg 2025

Wahlbrief wird in einen Postkasten geworfen. Quelle: Fotolia
Landtagswahl am 8. März 2026

Wahlbenachrichtigung nicht erhalten?

Rückenansicht eines Polizisten der Polizei Baden-Württemberg.
Sicherheit

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025

Empfang der Landesregierung für die Karnevals- und Fasnachtsvereine
Landesregierung

Empfang der Karnevals- und Fastnachtsvereine 2026

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizeipräsidium Heilbronn

Festnahme eines deutschlandweit aktiven Serieneinbrechers

Minister Thoma Strobl (Mitte) mit zwei Polizisen, welche die neue Polizeiuniform tragen.
Polizei

Komplett neue Polizeiuniform mit Schnitthemmung

Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg in Stuttgart.
Tarifverhandlungen

Tarifeinigung in den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder