Im Krisenmanagement gut aufgestellt

Krisenmanagement-Handbuch Baden-Württemberg

Baden-Württemberg stellt den Städten, Gemeinden und Landkreisen ein Krisenmanagement-Handbuch zur Verfügung. Die gedruckten Ausgaben hat Innenminister Thomas Strobl an die Präsidenten des Städte-, Gemeinde- und Landkreistages übergeben.

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Übergabe Krisenmanagement-Handbuch

„Im Falle einer Krise ist eine gute Vorbereitung für ein schnelles und entschlossenes Handeln entscheidend. Im Herbst vergangenen Jahres haben wir deshalb das neue, digitale Krisenmanagement-Handbuch Baden-Württemberg vorgestellt. Ich freue mich, dieses nun auch in gedruckter Form allen Städten, Gemeinden, Landkreisen, Regierungspräsidien und Ministerien zur Verfügung stellen zu können. Gerade im Zeitalter der Digitalisierung müssen wir auch auf Ausfälle der digitalen Systeme vorbereitet sein. Alle erforderlichen Informationen müssen stets griffbereit sein. Resilienz, Vorsorge und Vorbereitung sind die Stichworte der Stunde“, erklärte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl anlässlich der Übergabe der gedruckten Exemplare am 23. Februar 2026 in Stuttgart.

Der Präsident des Landkreistags Baden-Württemberg, Landrat Dr. Achim Brötel, sagte: „Angesichts von Extremwetterereignissen, einer grundlegend veränderten Sicherheitslage und hybrider Bedrohungen ist ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz entscheidend für den Schutz und die Stabilität unserer Gesellschaft. Ich bin mir sicher, dass das neue Krisenmanagement-Handbuch den Landkreisen wertvolle Dienste bei ihrem Kerngeschäft als untere Katastrophenschutzbehörden leisten wird. Das Handbuch ist ein zusätzlicher, wertvoller Baustein, wenn es darum geht, den Bevölkerungsschutz für die Zeitenwende zu ertüchtigen. Dafür gebührt dem Innenministerium Dank und Anerkennung. Zugleich wissen wir alle, dass weitere Schritte folgen müssen. Die Enquete-Kommission krisenfeste Gesellschaft hat zurecht die Weiterentwicklung der unteren Katastrophenschutzbehörden zu echten Krisenämtern gefordert. Und im Bereich des Zivilschutzes brauchen wir dringend einen Rahmenplan als Pendant zum militärischen Operationsplan Deutschland. Eine enge Verzahnung von Katastrophen- und Zivilschutz ist wichtiger denn je. Auch hier setzen wir auf das Innenministerium.“

Der Präsident des Gemeindetages Baden-Württemberg Steffen Jäger erläuterte: „Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine jährt sich in diesen Tagen zum vierten Mal. Die Zeitenwende sowie generell veränderte Katastrophenszenarien bedeuten ganz konkret auch veränderte Anforderungen an die Krisenresilienz vor Ort. Dabei kann das von der Landesverwaltung entwickelte Krisenhandbuch eine wertvolle Orientierung geben, um die eigene Krisenvorbereitung ausgerichtet an den aktuellen Anforderungen des Katastrophen-, Bevölkerungs-, und Zivilschutzes zu strukturieren. Die zivile Verteidigungsfähigkeit und die gesellschaftliche Resilienz sind herausragend wichtig. Deshalb benötigen die Kommunen zusätzlich zu diesem Handbuch auch verbindliche Aussagen von Bund und Land, welche Notwendigkeiten sich durch die veränderte Lage für welche staatliche Ebene ergeben. Und wenn hier zusätzliche Anforderungen an die Kommunen gestellt werden, dann braucht es dazu auch eine gesicherte Finanzierung. Denn in Zeiten einer kommunalen Haushaltsmisere darf ein solch bedeutendes Thema nicht am leeren Geldbeutel der Städte und Gemeinden scheitern.“

Der geschäftsführende Vorstand des Städtetages Baden-Württemberg Ralf Broß ergänzte: „Resilienz entsteht nicht erst in der Krise, sondern durch gute Vorbereitung: klare Abläufe und gemeinsames Üben – dazu ist das neue Handbuch ein nützliches Werkzeug. Gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung ist es ein richtiges Signal, dass wir mit einer gedruckten Ausgabe auch auf Ausfälle digitaler Systeme vorbereitet sind. Sie liegt griffbereit im Führungsstab und funktioniert unabhängig von Strom und Internet.“

Unterstützung der verschiedenen Verwaltungsebenen

Das Krisenmanagement-Handbuch Baden-Württemberg unterstützt die verschiedenen Verwaltungsebenen bestmöglich bei der Vorsorge, Bewältigung und Nachbereitung von Krisen. Es bietet zahlreiche Hintergrundinformationen zum Krisenmanagement, Handreichungen und Planungshilfen. Es ist als aufwachsendes Nachschlagewerk ausgestaltet – so kann es bedarfsgerecht und zielgruppenorientiert um weitere Elemente ergänzt und laufend aktuell gehalten werden.

Das Krisenmanagement-Handbuch informiert über:

  1. Rechtliche Grundlagen: In einer Übersicht sind Rechtsgrundlagen aufgeführt, die für die Themengebiete Krisenmanagement, Gefahrenabwehr und Kritische Infrastrukturen wichtig sind.
  2. Relevante Szenarien: Faktenblätter dienen dazu, einen Überblick über mögliche Krisenszenarien und deren wesentliche Fakten zu schaffen.
  3. „Fachinformationen“: Das Krisenmanagement-Handbuch enthält beispielsweise Informationen zu den Grundlagen des Krisenmanagements, zur Warnung der Bevölkerung, zur Arbeit im Katastrophenfall und zu hybriden Bedrohungen.

Ergänzt wird das Krisenmanagement-Handbuch durch verschiedene Erreichbarkeitsverzeichnisse, Ansprechpartner für fachliche Fragen sowie praktische Vorlagen.

Neben einer Ausgabe für die Regierungspräsidien und Ministerien („Ausgabe Land“) steht nun auch eine gedruckte „Ausgabe Kommunen“ zur Verfügung, die sich gezielt an den Bedürfnissen der Gemeinden, Städte und Kreise orientiert und eine wertvolle Orientierung für das Krisenmanagement bietet. In den kommenden Tagen werden alle Kommunen im Land ein Exemplar des Handbuchs erhalten.

Resilienz und Vorsorge

Das Krisenmanagement-Handbuch ergänzt die bisherigen Maßnahmen der Landesregierung zur Verbesserung der Resilienz und der Vorsorge. Einen weiteren wichtigen Baustein stellen die Übungen dar, mit denen sich das Land auf den Ernstfall vorbereitet. So wurde im September 2023 eine Länder- und Ressortübergreifende Krisenmanagementübung (kurz LÜKEX) mit dem Thema „Cyberangriff auf das Regierungshandeln“ durchgeführt. Der Fokus dieser Übung lag auf der Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen vor dem Hintergrund eines Cyberangriffs. Mit der EU-Großübung „Magnitude 2024“ übten Einsatzkräfte ein Erdbebenszenario; Baden-Württemberg war das erste Land in Deutschland, das eine internationale Katastrophenschutzübung ausrichtete.

Als weitere Maßnahme hat das Land die Kommunen bislang mit 607 Notfalltreffpunkten für ca. 3,2 Millionen Euro ausgestattet. 207 weitere Ausstattungssätze für Notfalltreffpunkte stellt das Innenministerium derzeit zusammen und liefert sie anschließend ebenfalls aus. Über 200 Kommunen haben noch keine Ausstattungssätze angefordert: Interessierte Kommunen können beim Innenministerium Baden-Württemberg weiterhin Musterausstattungssets für Notfalltreffpunkte beantragen. Weitere Informationen zum Notfalltreffpunkt finden Sie unter www.notfalltreffpunkt-bw.de.

Das Innenministerium hat das Krisenmanagement-Handbuch in einem eng abgestimmten Prozess gemeinsam mit den jeweils fachlich zuständigen Ministerien erstellt.

Bilder der Übergabe finden Sie in unserer Mediathek.

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