Die Zahl der Kinder und Jugendlichen bei den baden-württembergischen Feuerwehren hat erstmals die Marke von 40.000 überschritten und damit einen neuen Rekordwert erreicht. Daneben gab es auch einen Höchstwert bei den Brandeinsätzen.
„Das Jahr 2025 hat erneut gezeigt, wie wichtig leistungsfähige und verlässliche Feuerwehren sind. So ist die Zahl der Brandeinsätze auf dem höchsten Wert der letzten 30 Jahre. Das zeigt, wir müssen uns auch zukünftig gut aufstellen. Die Nachwuchsarbeit spielt eine wichtige Rolle für die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehren. Umso mehr freut es mich, dass wir im Land seit Jahren einen konstanten Zuwachs bei den Kindern und Jugendlichen in den Feuerwehren verzeichnen können. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen bei den baden-württembergischen Feuerwehren hat einen neuen Rekordwert erreicht und erstmals die Marke von 40.000 überschritten. Es ist bemerkenswert, wie groß die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement bei unserem Nachwuchs ist“, sagte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl MdL anlässlich der Veröffentlichung der Feuerwehrjahresstatistik 2025 am 4. Mai 2026.
Einsatzzahlen
Von den insgesamt 128.385 Einsätzen im Jahr 2025 entfielen:
- 54.685 (42,5 Prozent) auf Technische Hilfeleistungen,
- 21.716 (17 Prozent) auf Brandeinsätze,
- 7.620 (sechs Prozent) auf rettungsdienstliche Notfalleinsätze und
- 14.870 (11,5 Prozent) auf sonstige Einsätze.
Zudem haben die Feuerwehren 29.494 (23 Prozent) Einsätze vor Ort als Fehlalarme eingestuft. Einen Großteil der Fehlalarme haben wie in den Vorjahren automatische Brandmeldeanlagen verursacht, die aufgrund von Täuschungen, beispielsweise durch Wasserdampf oder Staub, auslösen.
Das Wetterjahr 2025 war in Baden-Württemberg ungewöhnlich warm mit einem trockenen und sehr sonnigen Frühling und Frühsommer. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 traten Wetterextreme wie regionale Starkregen oder langanhaltende Regenfälle mit daraus resultierendem Hochwasser in 2025 deutlich seltener auf. Daher ist die Anzahl der Einsätze der Technischen Hilfeleistung mit 54.685 im Vergleich zum Vorjahr (63.988) deutlich zurückgegangen und liegt gemessen an den Vorjahren auf einem durchschnittlichen Niveau. Die Zahlen der Waldbrandstatistik zeigen, dass es mit 69 Waldbränden und einer geschädigten Fläche von knapp unter acht ha in Baden-Württemberg im Ländervergleich sehr wenige Vegetationsbrände gab.
Die Zahl der Brandeinsätze hat hingegen mit 21.716 den höchsten Wert der letzten 30 Jahre erreicht. Diese Entwicklung spiegelt sich auch beim betrieblichen Brandschutz wider: Bei den Werkfeuerwehren in Baden-Württemberg ist die Gesamtzahl der Brandeinsätze im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (circa sieben Prozent), während bei den Technischen Hilfeleistungen ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist (circa vier Prozent).
Gerettete und Verletzte
Im Jahr 2025 haben die Feuerwehren 16.296 Personen bei Brandeinsätzen und Einsätzen zur Technischen Hilfeleistung gerettet oder in Sicherheit gebracht. Das ist der bislang zweithöchste Wert nach 2024. „Diese Zahlen beweisen für sich alleine schon, welch wertvollen Dienst für die Gemeinschaft die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner rund um die Uhr leisten. Mit Bedauern müssen wir freilich auch feststellen, dass 2.122 Menschen von den Feuerwehren nach Unfällen oder Bränden nur noch tot geborgen werden konnten. Das stellt den Höchstwert in den letzten 30 Jahren dar“, so Innenminister Thomas Strobl.
Die Zahl der verletzten Feuerwehrkräfte bei den Freiwilligen Feuerwehren ist laut Unfallkasse Baden-Württemberg gesunken, von 1.736 auf 1.644. Bei den Berufsfeuerwehren hingegen hat sich die Zahl der Verletzten von 124 auf 161 erhöht. Innenminister Thomas Strobl sagte hierzu: „Unsere Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner riskieren oftmals ihre eigene Sicherheit, um Menschen in Notlagen zu helfen. Vor diesem Hintergrund verdienen die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Feuerwehrangehörigen unsere ganz besondere Anerkennung.“
Zahl der Feuerwehrangehörigen auf konstant hohem Niveau
Mit insgesamt 115.577 aktiven Einsatzkräften sind die Mitgliederzahlen auf einem konstant hohen Niveau und im Vergleich zum Vorjahr (2024: 115.605) nahezu unverändert. Während die Zahl der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen mit 112.649 minimal gesunken ist (-0,1 Prozent), gab es bei den hauptberuflichen Feuerwehrangehörigen eine deutliche Steigerung von 4,1 Prozent. Damit sind nun insgesamt 2.928 Einsatzkräfte hauptamtlich im Feuerwehrdienst tätig. „Diese Zahlen belegen, dass wir nicht nur bei den Freiwilligen Feuerwehren personell gut aufgestellt sind, sondern, dass auch der Feuerwehrberuf attraktiv ist“, erläuterte Innenminister Thomas Strobl und führte weiter aus: „Das Hauptamt unterstützt das Ehrenamt immer dann, wenn die Aufgaben im Umfang nicht mehr ehrenamtlich übernommen werden können.“
In den letzten Jahren ist der Anteil der weiblichen Feuerwehrangehörigen kontinuierlich gestiegen. „Immer mehr Mädchen und Frauen entscheiden sich für ein Engagement bei der Feuerwehr. Es freut mich, dass sich dieser bereits mehrfach erwähnte Trend der vergangenen Jahre ungebrochen fortsetzt“, so Minister Thomas Strobl. Die Zahl der weiblichen Feuerwehrangehörigen hat sich bei den Aktiven um circa fünf Prozent erhöht, bei den Jugendlichen um circa sechs Prozent. Damit sind bei den Aktiven inzwischen rund neun Prozent weiblich, bei den Jugendlichen sogar rund 23 Prozent. Eine sehr positive Entwicklung
Im Bereich der 157 Werkfeuerwehren ist die Zahl der Angehörigen mit 6.440 im Vergleich zum Vorjahr (6.475) leicht zurückgegangen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Laufe des Jahres zwei Werkfeuerwehren aufgelöst wurden und eine neue hinzugekommen ist. Die Zahl der hauptberuflichen Werkfeuerwehrangehörigen ist mit 1.644 nahezu unverändert geblieben.
In den Altersabteilungen waren 31.909 Feuerwehrangehörige gemeldet. Das sind 611 Seniorinnen und Senioren mehr als 2024. Die Zahl der Angehörigen der Musikabteilungen ist minimal gesunken und beträgt nun 3.747 (2024: 3.784).
Auch bei der Ausbildung von Führungskräften zeigt die Jahresstatistik einen positiven Trend. Insgesamt sind bei den Freiwilligen Feuerwehren und den Berufsfeuerwehren inzwischen 21.020 Personen (+ 2,5 Prozent) zur Gruppenführerin oder zum Gruppenführer und 10.810 Personen (+ 2,8 Prozent) zur Zugführerin oder zum Zugführer ausgebildet. Damit liegt der Anteil der ausgebildeten Führungskräfte innerhalb der Feuerwehren insgesamt bei über 27 Prozent. Innenminister Thomas Strobl erklärte dazu: „Die Aus- und Fortbildung ist ein wichtiger Baustein für leistungsfähige Feuerwehren. Nur gut ausgebildetes Personal ist in der Lage, die vielfältigen Herausforderungen des Feuerwehrdienstes zu bewältigen. Das Land fördert die Aus- und Fortbildung insbesondere durch die Unterhaltung der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal aus den Mitteln des Feuerschutzsteueraufkommens.“
„Die Menschen im Land können sich auf die Feuerwehr verlassen. Das Einsatzspektrum wird immer breiter und die Anforderungen an die Feuerwehr sind in der Vergangenheit stetig anspruchsvoller geworden. Die Einsätze sind häufig auch mit Gefahren verbunden. Nicht zuletzt deshalb danke ich allen Feuerwehrangehörigen für ihr beispielhaftes Engagement, ihr Pflichtbewusstsein und ihren Dienst für die Mitmenschen“, sagte Innenminister Thomas Strobl abschließend.
Weitere Informationen sind der Feuerwehrjahresstatistik 2025 zu entnehmen.

















