Katastrophenschutz

„Young Heroes“ – auf dem Weg zum Austauschprogramm im Katastrophenschutz

Innenminister Thomas Strobl will eine Art Erasmus im Katastrophenschutz an den Start bringen. Expertinnen und Experten aus vier Nationen haben dafür jetzt an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal gemeinsam Eckpunkte erarbeitet.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Young Heroes

Das europäisches Austauschprogramm „Young Heroes“, mit dem junge Menschen zukünftig internationale Erfahrung im Katastrophenschutz sammeln können, soll nun Form annehmen.

„Krisen kennen keine Grenzen. Für mich war immer klar: Wir müssen bei den jungen Menschen anfangen, um uns hier bestmöglich vorzubereiten. Deshalb bringen wir jetzt unser europaweites Austauschprogramm ‚Young Heroes‘ an den Start. Je früher sich Nachwuchskräfte im Katastrophenschutz vernetzen, desto besser und schneller können sie in Zukunft Krisen gemeinsam bewältigen. Dieses Programm, das wie ein Erasmus für den Katastrophenschutz funktioniert, ermöglicht jungen Helfern, Rettern und Feuerwehrleuten einen Blick über den Tellerrand. Denn erst wenn wir uns kennen, wenn wir wissen, wie die unterschiedlichen Systeme funktionieren und wenn wir ein gemeinsames Verständnis haben, können wir große Krisen erfolgreich meistern. Damit wird unser Katastrophenschutz-Erasmus zu einem Konjunkturprogramm für unsere Nachwuchsförderung und einem Fortbildungsbooster“, sagte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl MdL bei seinem Besuch des Workshops am 24. April 2026 in der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal.

Vom 23. bis 25. April 2026 waren Vertreterinnen und Vertreter des Katastrophenschutzes aus Frankreich, Polen, der Schweiz und des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf Einladung des Innenministeriums Baden-Württemberg in der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal zusammengekommen. An drei intensiven Arbeitstagen erarbeiteten sie Eckpunkte des künftigen Austauschprogramms:

Alle vier teilnehmenden Länder wollen junge Katastrophenschützerinnen und Katastrophenschützer entsenden. Auch weitere europäische Staaten sind interessiert. Gestartet wird mit einem ein- bis zweiwöchigen Austausch, bei dem sich junge Menschen aus ganz Europa in sportlichen Wettkämpfen und praktischen Übungen begegnen. Im Vordergrund steht dabei das Kennenlernen verschiedener Systeme des europäischen Katastrophenschutzes und das Lernen voneinander. „Freilich darf dabei auch nicht die Gelegenheit zu kurz kommen, Land und Leute der jeweiligen Gastgebernation kennenzulernen“, betonte Innenminister Thomas Strobl.

Ziele des Austauschprogramms

Das europäische Austauschprogramm „Young Heroes“ will junge Menschen aus den im Bevölkerungsschutz mitwirkenden Organisationen und den Feuerwehren früh auf internationale Krisen und deren Bewältigung vorbereiten. Der Austausch soll dazu beitragen, die Systeme anderer europäischer Länder kennenzulernen und neben Kenntnissen und Fähigkeiten auch interkulturelle Kompetenzen und das bessere Verständnis füreinander zu stärken. Darüber hinaus sollen die während des Austauschs geknüpften Kontakte auch dafür sorgen, ein Netzwerk über Ländergrenzen hinweg aufzubauen. Die Zielgruppe des Projekts sind junge Menschen aus Europa, die sich aktiv im Katastrophenschutz engagieren oder ein Interesse an diesem Thema haben. Dazu gehören ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Bevölkerungsschutz, Studierende, Auszubildende und junge Fachkräfte.

Ziele des Projekts:

1. Austausch und Vernetzung: Förderung des Austauschs junger Menschen, die sich im Katastrophenschutz engagieren, um Best Practices und Erfahrungen zu teilen.

2. Fortbildung: Bereitstellung von Schulungs- und Fortbildungsangeboten, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen der Teilnehmer zugeschnitten sind.

3. Verzahnung der Systeme: Verbesserung der Zusammenarbeit und Integration der verschiedenen Katastrophenschutz-Systeme in Europa, um künftig eine effektivere Reaktion auf Krisenfälle zu gewährleisten.

4. Nachwuchsförderung: Gewinnung und Motivation von Nachwuchskräften für das EU-RescEU Verfahren, um die zukünftige Resilienz und Handlungsfähigkeit im Katastrophenschutz zu stärken.

Innenminister Thomas Strobl besuchte die Veranstaltung am 24. April und machte sich ein Bild von den ersten Ergebnissen. „Über den regen Austausch bei dem Workshop und die Bereitschaft der Länder, das Programm zu unterstützen, freue ich mich sehr. Das zeigt, wie wichtig den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die länderübergreifende Zusammenarbeit im Bereich des Katastrophenschutzes ist. Das Austauschprogramm wird den ‚Young Heroes‘ einen immensen Vorteil bringen“, zeigte sich Innenminister Thomas Strobl überzeugt.

Weitere Meldungen

20261008_MIN Kriegsgräberfürsorge
Kriegsgräberfürsorge

Mehr als 745.000 Euro Spenden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Carsten Höfler
Polizei

Polizeipräsidium Ludwigsburg

Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg in Stuttgart.
Kommunen

Gemeinde Ottenhöfen im Schwarzwald erhält die Zusatzbezeichnung „Mühlendorf“

Leonie Dirks Stami
Landesregierung

Wechsel an der Spitze der Staatskanzlei

Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg in Stuttgart.
Kommunen

Müllheim im Markgräflerland wird Große Kreisstadt

Minister Bundesrat
Bundesrat

Innenminister Hagel unterstützt Modernisierung des Bundespolizeigesetzes im Bundesrat

Zukunftskommission
Land und Kommunen starten Entlastungsoffensive

Startschuss für Zukunftskommission

Isabel Kling
Regierungspräsidium Tübingen

Isabel Kling wird neue Regierungspräsidentin in Tübingen

Gründungsveranstaltung Medicus
Digitalisierung

MEDI:CUS-Plattform wird zukunftsfest aufgestellt

Wappen der Polizei Baden-Württemberg. (Bild: © Steffen Schmid)
Sicherheit

Start der zweiten landesweiten Sicherheitsbefragung

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizei

Aktion „WIR FÜR EUCH“ zum Schulstart: Polizei BW setzt auf Bürgernähe und Vertrauen

Zwei Kinder mit Schultaschen zwischen geparkten Autos am Straßenrand. Quelle: Fotolia
Verkehrssicherheit

Landesweite Aktion „Sicherer Schulweg“

Sirene
Bevölkerungsschutz

Bundesweiter Warntag - Erste Bilanz

Eine Person sitz vor dem aufgeklappten Laptop und hat ein Handy in der Hand.
Cybersicherheit

CSBW veröffentlicht Jahresbericht

Startbildschirm der Warn-App "NINA". Bild: © Lichtgut/Leif Piechowski
Bevölkerungsschutz

Bundesweiter Warntag am 10. September 2026