Verkehrssicherheit

Innenminister Gall vergibt Verkehrspräventionspreis

„Ich übernehme die Schirmherrschaft für die Aktion Gib Acht im Verkehr, weil ich davon überzeugt bin, dass wir gemeinsam mit interessanten Projekten viel für Verkehrssicherheit erreichen können.“ Das sagte Innenminister Reinhold Gall am Freitag, 22. Juli 2011, beim Landestag der Verkehrssicherheit 2011 in Horb.

Eine moderne Gesellschaft brauche Mobilität und Sicherheit. Deshalb setze die Polizei mit ihren Partnern seit Jahrzehnten einen Schwerpunkt auf die Verkehrssicherheitsarbeit. In Baden-Württemberg ereigne sich alle zwei Minuten ein Verkehrsunfall, alle 15 Minuten mit Verletzten und bei jedem 67-ten Unfall mit Verletzten sterbe ein Mensch. Im vergangenen Jahr habe die Zahl der Verkehrstoten mit 494 Opfern in Baden-Württem­berg einen historischen Tiefstand erreicht. Das sei auf den ersten Blick erfreulich und unterstreiche die Erfolge der Präventionsanstrengungen. „Aber Statistiken sind für Opfer kein Trost, es sind 494 verlorene Menschenleben, 494 zu viel. Deshalb müssen und werden wir auch künftig alles daran setzen, die Verkehrssicherheit für die Menschen im Land weiter zu verbessern“, sagte der Innenminister.

Verkehrssicherheit habe für die neue Landesregierung eine sehr hohe Priorität. Ziel sei es, bis 2020 die Zahl der Verkehrstoten in Europa um weitere 40 Prozent zu reduzieren. Jeder verhinderte schwere Verkehrsunfall sei ein Fortschritt, jedes gerettete Leben ein unschätzbarer Gewinn.

Die Polizei in Baden-Württemberg baue ihre Verkehrssicherheitsarbeit auf zwei Säulen auf, der Verkehrsüberwachung und der Verkehrsunfallprävention. Basierend auf einer fortlaufenden Analyse des Verkehrsunfallgeschehens konzentriere sich die polizeiliche Überwachung auf Unfallbrennpunkte, auf die häufigsten Ursachen und Risikogruppen. Hauptunfallursachen seien nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit, gefolgt von Alkohol- und Drogenbeeinflussung.

Als Risikogruppen stünden junge Fahrer, Motorradfahrer und Senioren im Fokus. Auch werde alles getan, um Kinder bestmöglich im Straßenverkehr zu schützen. Beispiele seien die Aktion Sicherer Schulweg und die Radfahrausbildung in den Jugendverkehrsschulen. „Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass Kinder durch verbindliche Schulweg- und Radschulwegpläne künftig noch besser geschützt werden“, betonte der Innenminister.

Ihn überzeuge diese engagierte Arbeit der Polizei und er werde sich deshalb für die verlässliche Fortführung und gute Rahmenbedingungen einsetzen. Bei der Unfallprävention würden künftig auch Fußgänger und Radfahrer sowie mit Blick auf die demografische Entwicklung Senioren und Migranten noch mehr an Bedeutung gewinnen. Um die Verkehrsüberwachung weiter zu stärken, sei zunächst die Modernisierung der polizeilichen Technik erforderlich. Auch die Überwachung des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs müsse aufgrund des prognostizierten Zuwachses weiter forciert werden.

Gall: „Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit ist aber nicht der politische oder strategische Rahmen. Die wichtigste Voraussetzung ist das Engagement der vielen Menschen vor Ort.“ Die Polizei brauche starke Partner und die Mitwirkung der Bürger. Ohne die vielen Menschen, die sich aus Überzeugung und mit Ideen zeitintensiv für mehr Verkehrssicherheit einsetzten, sei Verkehrssicherheit keine Vision, sondern Illusion. Das Engagement der einzelnen Menschen und Organisationen müsse in einem starken Netz gebündelt werden, einem Netz wie der Aktionsgemeinschaft Gib Acht im Verkehr. „Ich danke allen, die das täglich - beruflich oder im Ehrenamt - mit sehr viel Herzblut tun. Es ehrt mich, dass mir die Schirmherrschaft für diese gute Sache übertragen wurde“, sagte der Innenminister.

Mit besonderer Freude überreiche er den Preis für das beste Projekt des Jahres 2010. „Der Verkehrspräventionspreis 2010 geht an ‚Wie breit ist deine Straße?’ der Zeppelin-Gewerbeschule Konstanz“, sagte Innenminister Gall.

Quelle:

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