Digitalisierung

Future Communities 2019 ausgezeichnet

Gruppenbild der 29 Preisträger der Future Communities 2019 mit Digitalisierungsminister Thomas Strobl. (Bild: Steffen Schmid)

Zum dritten Mal hat die Landesregierung kommunale Digitalisierungsprojekte im Zuge des Förderwettbewerbs „Gemeinden, Städte und Landkreise 4.0 – Future Communities 2019“ ausgezeichnet. Die 29 Preisträger werden mit insgesamt einer Million Euro unterstützt.

„Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise sind für uns ganz wichtige Partner im digitalen Wandel. Sie haben zahlreiche Stellschrauben, um die Digitalisierung vor Ort – im Alltag der Bürgerinnen und Bürger, im Rathaus – greifbar und erlebbar zu machen. Zum dritten Mal zeichnen wir deshalb die Future Communities aus und unterstützen mit rund einer Million Euro digitale Projekte. Die diesjährigen 29 Preisträger zeigen mit ihren Projekten deutlich: Digital hilft den Menschen und das in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen“, erklärte Digitalisierungsminister Thomas Strobl bei der Auszeichnung der „Gemeinden, Städte und Landkreise 4.0 – Future Communities 2019“ am 10. Dezember 2019.

Zum dritten Mal war der Förderwettbewerb „Future Communities“ ausgeschrieben worden. Seit 2017 hat die Landesregierung allein im Zuge dieses Förderprogramms 172 kommunale Digitalisierungsprojekte mit rund drei Millionen Euro unterstützt. Gefördert werden sollen innovative Ideen, die sowohl die Bürgerinnen und Bürger als auch die Kommunen selbst digital voranbringen. In diesem Jahr lag das Hauptaugenmerk des Wettbewerbs auf dem zukunftsweisenden Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). 

„Künstliche Intelligenz ist die Schlüsseltechnologie für die Zukunft und für unseren Wirtschaftsstandort. Mit dem international anerkannten Cyber Valley in Tübingen und Stuttgart und mehr als 80 KI-Anwendungen im Land belegen wir einen Spitzenplatz in Deutschland. Aber nicht nur unsere Unternehmen, auch unsere Städte, Gemeinden und Landkreise sollen von den vielfältigen Möglichkeiten der KI profitieren. Deshalb wollen wir unsere Kommunen gezielt dabei unterstützen, KI ganz konkret zum Einsatz zu bringen“, betonte Digitalisierungsminister Thomas Strobl. Insgesamt 12 der ausgezeichneten „Future Communities 2019“ wollen KI anwenden. Die Stadt Heilbronn beispielsweise wird für das Stadtarchiv ein KI-System zur Bilderkennung entwickeln. Es ordnet bisher unstrukturierten Datensammlungen automatisch Schlagworte zu und macht die Inhalte damit recherchierbar. So kann ein großer Bestand an Material neu in die Archivdatenbank aufgenommen und einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt werden.

Das Themenspektrum der ausgezeichneten Projekte ist wie in den Vorjahren sehr vielfältig. Ob digitale Verwaltung, Bildung oder Nachhaltigkeit – den innovativen Digitalisierungsideen auf kommunaler Ebene waren keine Grenzen gesetzt. Ausdrücklich erwünscht waren Verbundanträge mehrerer Kommunen. „Die Digitalisierung muss für die Menschen da sein – und zwar überall im Land. Das gilt für unsere Bürgerinnen und Bürger in den großen Städten ebenso wie in den kleinen Gemeinden und ländlichen Regionen. Sie alle sollen erleben, welchen Nutzen der digitale Wandel ihnen bringt. Dazu muss die Digitalisierung in der Fläche des Landes gelingen. Und deshalb setzen wir uns auch bei den Future Communities dafür ein, dass sich Kommunen zusammentun und gemeinsam an digitalen Lösungen arbeiten. Von den gesammelten Erfahrungen und Ergebnissen der Projekte sollen weitere Kommunen profitieren“, erklärte Minister Thomas Strobl.  

Ein Beispiel ist der Verbund aus Ettlingen, Baden-Baden und Bretten. Gemeinsam wollen sie eine zentrale Plattform erstellen, die das bestehende ehrenamtliche Engagement online abbildet und durch zusätzliche Funktionen wie eine Ehrenamtsbörse ergänzen soll. Das Ziel: Mithilfe einer digitalen Lösung das bürgerliche Engagement und die Gemeinschaft vor Ort stärken. Eine digitale Lernplattform für ihre Musikschule will dagegen die Stadt Lahr entwickeln. Sie soll die bisherigen Angebote ergänzen und die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel beim Üben in Eigenregie zuhause unterstützen. Mithilfe der Lernplattform können sie sich beim Üben von einem virtuellen Klavier begleiten lassen oder sich selbst aufnehmen. Zudem wird es ein digitales Hausaufgabenheft mit Lernhistorie geben. Nach der erfolgreichen Entwicklung soll die Plattform auf alle Mitgliedsschulen des Landesverbands der Musikschulen ausgerollt werden.

Im Schulterschluss mit den kommunalen Landesverbänden

„Mit der Erhöhung der Fördermittel für den Breitbandausbau um 400 Millionen Euro hat Herr Minister Strobl die enorme Bedeutung der Glasfaser als infrastrukturelle Grundlage der Digitalisierung gewürdigt. Zahlreiche Städte und Gemeinden haben im diesjährigen Förderaufruf unseres Programms „Future Communites“ wieder eindrucksvoll bewiesen, dass Infrastruktur ohne konkrete Anwendungsfälle aber alleine noch keine Digitalisierung macht,“ sagte Roger Kehle, Präsident und Hauptgeschäftsführer des Gemeindetags Baden-Württemberg und verknüpft damit die Forderung nach einer Verstetigung des erfolgreichen Programms. „Digitalisierung muss in der Fläche unseres Landes ankommen. Dafür braucht es mutige Kommunen, die gemeinsam mit Start-ups neue Wege gehen. Ich freue mich sehr, dass der Gemeindetag viele der prämierten Projekte durch Workshops unter dem Dach seiner Zukunftsinitiative angestoßen hat.“

„Auch 2019 sind die Städte in Baden-Württemberg mit guten Ideen und viel Engagement in den dritten Wettbewerb zur Ausschreibung Future Communities gestartet“, so Gudrun Heute-Bluhm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetag Baden-Württemberg. „Die zahlreichen Projekte aus unseren Mitgliedsstädten von innovativen Verbundanträgen oder beispielhaften Open Data-Initiativen zu Klimaschutz und Digitalisierung sind Ausdruck einer vielfältigen Beschäftigung und Verbindung der Städte mit den Themen, die vor Ort die Menschen bewegen. Gut, dass das Land Baden-Württemberg diese wegweisenden Entwicklungen in den Städten erkennt und finanziell fördert!“ 

„Die Digitalisierung bedeutet für die Landkreise eine enorme Kraftanstrengung – zugleich aber auch eine riesige Chance“, betonte Dr. Alexis v. Komorowski, Hauptgeschäftsführer des Landkreistags Baden-Württemberg. „Dabei geht es längst nicht nur um online-Behördengänge. Die Landkreise übernehmen Verantwortung für eine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur, übertragen – etwa im Bereich der Telemedizin – die Daseinsvorsorgeidee ins digitale Zeitalter und engagieren sich als Wirtschaftsförderer, aber auch als Berufsschulträger, für die Wirtschaft 4.0. Die Landkreise verfolgen einen ganzheitlichen Digitalisierungsansatz, der auf die enge Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft setzt. Das Förderprogramm Future Communities wie auch die Digitalakademie@bw leisten hier wichtige Beiträge. Aus Sicht der Landkreise wäre es sehr wünschenswert, wenn diese wichtigen Landesinitiativen auch in den kommenden Jahren nachgehalten würden“, unterstrich v. Komorowski.

Beschreibung der Projekte der Future Communites 2019

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Digitalisierungsstrategie digital@bw

Die Digitalisierung ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der Landesregierung. Erstmals werden alle Vorhaben auch unter dem Dach des Digitalisierungsministeriums koordiniert und gebündelt. Mit „digital@bw“ wurde im Sommer 2017 die erste, landesweite und ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie vorgestellt, die in Teamarbeit von allen Ministerien erstellt wurde. Um Baden-Württemberg als Leitregion des Digitalen Wandels in Europa zu verankern, hat die Landesregierung auch eine Investitionsoffensive gestartet: Im Zuge der Digitalisierungsstrategie werden über 70 ganz konkrete Projekte mit einem Volumen von über 300 Millionen Euro umgesetzt und rund eine Milliarde Euro soll in dieser Legislatur in den Ausbau der digitalen Infrastruktur fließen.

Schwerpunkte von „digital@bw“ sind die Bereiche: Intelligente Mobilität der Zukunft, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung, digitale Gesundheitsanwendungen sowie digitale Zukunftskommunen und Verwaltung 4.0. Dazu kommen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit, Datenschutz und Verbraucherschutz. Weitere Informationen zur Digitalisierungsstrategie der Landesregierung.

Mit www.digital-bw.de hat die Landesregierung auch ein neues Schaufenster der Digitalisierung an den Start gebracht. Es ist das zentrale Online-Portal rund um alle Digitalisierungsthemen und -maßnahmen im Land.

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V.l.n.r.: Willi Holder MdL Fraktion Grüne, LPP Gerhard Klotter, LKD Klaus Ziwey, Michael Kashi, IRGW-Vorstand, Rami Suliman, Vorsitzender des Oberrates IRG Baden, Susanne Jakubowski, IRGW-Vorstand, Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl, Prof. Barbara Traub, Vorstandssprecherin IRGW, Beauftragte der Landesregierung gegen Antisemitismus Dr. Michael Blume und Rabbiner Yehuda Pushkin umrahmt von Polizeischülern.
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v.l.n.r.: Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz, der neue Stabschef beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg und Stellvertreter des Präsidenten, Hubert Wörner, der neue Leiter des Führungs- und Einsatzstabes beim Polizeipräsidium Stuttgart, Markus Eisenbraun, und Staatssekretär Wilfried Klenk
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Neue Polizeivizepräsidenten im Amt

V.l.n.r.: Frau Susanne Benizri-Wedde, Leiterin des Erziehungsreferats der IRG Baden, Herr Rami Suliman, Vorsitzender der IRG Baden und Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland, Herr Dr. Michael Blume, Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus, Herr Andreas Schütze, Amtschef des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration, Herr Klaus Ziwey, Landeskriminaldirektor und Frau Ruth Bostedt, Bund jüdischer Studierender.
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Fachtag „Antisemitismus 2.0 – Hass. Hetze. Handeln."

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