Verkehrssicherheit

Landesweiter Bikertag 2011 in Malmsheim

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„Jeder fünfte bei einem Verkehrsunfall im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg tödlich Verletzte verunglückte auf einem Motorrad. Für Motorradfahrer ist bezogen auf die Jahresfahrleistung das Risiko bei einem Unfall getötet zu werden 18 Mal höher, als das eines Autofahrers.“ Das sagte Innenminister Reinhold Gall am Sonntag, 22. Mai 2011, beim landesweiten Bikertag 2011 in Malmsheim.

Unter dem Motto „Sicher im Südwesten“ engagiere sich die baden-württembergische Polizei mit ihren Partnern für Verkehrssicherheit beim Bikertag, um Motorradfahrer hinsichtlich der Gefahren zu sensibilisieren. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr mit über 6.000 Besuchern habe die Polizei zusammen mit der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg, dem TÜV SÜD, der Zeitschrift MOTORRAD, der EnBW und SWR3 beschlossen, die Veranstaltung zu wiederholen. „Wir wollen nicht nur kontrollieren, sondern auch informieren und wir suchen den Dialog. Deshalb haben wir alle Motorradfahrer nach Malmsheim eingeladen“, sagte der Innenminister.

Auf der Anfahrt nach Malmsheim hätten sehr viele Motorradfahrer an einer von der Polizei geführten Sternfahrt teilgenommen. Dafür seien zehn landschaftlich reizvolle Strecken in ganz Baden-Württemberg ausgewählt worden. „Wir haben den Motorradfahrern ein unvergessliches Erlebnis geboten und dafür gesorgt, dass alle sicher in Malmsheim ankommen. Über 100 Polizeimotorräder auch aus Rheinland-Pfalz, Hessen und der Schweiz waren dafür im Einsatz“, sagte Gall.

Auf dem ehemaligen Flugplatzgelände in Malmsheim sei ein attraktives Programm, ausgerichtet auf Motorradsicherheit, auf die Beine gestellt worden. So würden beispielsweise Fahrvorführungen mit Motorrädern mit Antiblockiersystem, Bremsen- und Kurvenfahrten, Schleiftests mit Motorradbekleidung, Fahrsimulatoren, ein E-Bikeparcours und Verkehrsüberwachungstechnik der Polizei gezeigt. Aber auch das Vergnügen komme nicht zu kurz, denn Comedystar Andreas Müller werde seine Show auf der Bühne zum Besten geben. Innenminister Gall dankte in diesem Zusammenhang den Unterstützern der Veranstaltung: „Ohne unsere Partner könnten wir ein solches Großereignis nicht stemmen.“

Angesichts der Unfallbilanz der bisherigen Motorradsaison mit 22 getöteten Motorradfahrern (Stand: Mittwoch, 18. Mai 2011) sei auch konsequente Verkehrsüberwachung notwendig. Bei landesweit über 500 Kontrollaktionen seien 7.400 Fahrzeuge kontrolliert und mehr als 2.350 Verstöße festgestellt worden. In mehr als 1.270 Fällen sei die zulässige Geschwindigkeit überschritten und 60 Mal gegen die Helmpflicht verstoßen worden. „Mir fehlt jegliches Verständnis für Motorradfahrer, die sich nicht ausreichend schützen und nicht alle Möglichkeiten nutzen, um ihr ohnehin hohes Unfall- und Verletzungsrisiko zu senken“, sagte der Innenminister.

Eine detaillierte Auswertung der 203 Motorradunfälle mit tödlich Verletzten in den Jahren 2009/2010 habe gezeigt, dass dabei 41 Prozent der Motorradfahrer keine vollständige Schutzkleidung getragen hätten. Lediglich 70 Prozent der Helme hätten die ECE-Norm erfüllt. Nur sieben Prozent der Unfallfahrzeuge seien mit Antiblockiersystem ausgestattet gewesen, obwohl es laut Experten 17 Prozent der tödlichen Unfälle verhindert hätte.

Stimmen der Partner:

Der Präsident der Landesverkehrswacht, Heinz Kälberer, fordert eine gute Vorbereitung der Motorradfahrer: „Jeder Motorradfahrer sollte beim Start in die Saison oder einem Wechsel der Maschine ein Fahrsicherheitstraining absolvieren. Unsere kompetenten Fahrsicherheitstrainer bieten ein qualitativ hochwertiges Sicherheitstraining speziell für Motorradfahrer an. Dieses Angebot sollte jeder Biker nutzen.“

„Die Verkehrssicherheit unserer Leser ist ein wichtiges Thema in unserer Redaktion. Deshalb zeigen unsere Testfahrer und das Motorrad Action Team in Malmsheim eindrucksvolle Fahr- und Bremsversuche. Wir wollen beispielsweise verdeutlichen, dass ABS-Ausrüstung bei Motorrädern Leben retten kann“, sagte Chefredakteur Michael Pfeiffer von der Zeitschrift MOTORRAD.

„Ein optimaler technischer Zustand der Maschine kann Unfälle verhindern. Deshalb haben wir an den Startpunkten der Sternfahrt und in Malmsheim gerne eine technische Beratung angeboten“, sagte der Direktor für Sachverständigenwesen des TÜV SÜD, Martin Jost.

„Die Elektromobilität leistet zusammen mit dem intelligenten Netz einen entscheidenden Beitrag auf dem Weg zu einem ökologischen Straßenverkehr in der Gesellschaft von Morgen. Die Besucher des Bikertags 2011 können auf dem EnBW-Parcour mit den E-Bikes erste Erfahrungen sammeln und neugierig auf die zukünftige Technik werden", erklärte Dr. Ulrich Kleine, Leiter Kommunale Beziehungen der EnBW Regional AG.

Für die Verpflegung sorgen wie im vergangen Jahr die Ortsverbände des DRK, des THW und die Freiwillige Feuerwehr Renningen. Auch Rothaus Alkoholfrei sei ein Partner des Bikertags 2011. „Alkoholfreie Biere können bei einer Rast sorgenfrei genossen werden, ohne dass die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt wird. Das ist einer der Gründe, weshalb wir seit 2009 ein alkoholfreies Pils und ein alkoholfreies Weizenbier in unser Sortiment aufgenommen haben“, sagte Christoph Ebers von der Brauerei Rothaus.

Der Bikertag 2011 und die Motorradsicherheit an sich wird auch von Deutschlands meistgehörtem öffentlich-rechtlichen Radio SWR3 redaktionell begleitet und vor Ort unterstützt. Dazu Bertram Quadt, Leiter des Verkehrszentrums von SWR3: „Viele unserer Hörer sind begeisterte Motorradfahrer. Daher wollen wir einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von Motorradfahrern leisten und unseren Hörern ebenfalls Tipps für möglichst unfallfreies Motorradfahren geben.“

Zusatzinformationen:
Weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Verkehrssicherheit und zum Bikertag 2011 stehen im Internet unter www.bikertag.de oder www.gib-acht-im-verkehr.de oder unter www.polizei-bw.de.

Quelle:

Innenministerium Baden-Württemberg

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