Härtefallkommission

Härtefallkommission Baden-Württemberg: 11. Tätigkeitsbericht vorgestellt

Berechne Lesezeit
  • Teilen


Das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg hat heute den Bericht der Härtefallkommission des Landes für das Jahr 2016 vorgelegt. Die Zahl der Eingaben hat sich von 393 im Jahr 2015 auf 610 im Jahr 2016 erneut sprunghaft erhöht. Auch die Zahl der unzulässigen oder offensichtlich unbegründeten Eingaben hat deutlich zugenommen. Allein 197 Eingaben mussten als unzulässig abgelehnt werden. Es handelte sich dabei im Wesentlichen um Eingaben von Ausländern, die zum Zeitpunkt der Eingabe noch nicht vollziehbar ausreisepflichtig waren, untergetaucht sind oder schon einmal eine erfolglose Eingabe an die Härtefallkommission gerichtet haben. Ferner waren189 Eingaben wegen viel zu kurzen Aufenthalts und fehlender Integration offensichtlich unbegründet. In 36 Fällen hat die Kommission den Innenminister um Aufenthaltsgenehmigungen ersucht, die bis auf einen Fall auch gewährt wurden - einige in Form von Ausbildungsduldungen.

Die Entscheidung darüber, ob eine Eingabe unzulässig oder offensichtlich unbegründet ist, wird von der Geschäftsstelle und der Kommission nicht einfach übers Knie gebrochen, sondern sorgfältig geprüft. Im Hinblick auf die große Zahl der Fälle ist dies mit einer erheblichen zeitlichen Belastung der Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle aber auch der Kommissionsmitglieder verbunden.

Besonders deutlich zugenommen haben die Anträge von Einzelpersonen aus afrikanischen Staaten sowie Pakistan und Afghanistan. Auch die Zahl der Eingaben von Familien aus dem Kosovo und Albanien war weiterhin hoch.

Die Härtefallkommission des Landes bietet ausreisepflichtigen Ausländern seit 2005 die Möglichkeit, doch noch aus dringenden humanitären und persönlichen Gründen, die belegt werden müssen, eine Aufenthaltsbefugnis zu erhalten. Auch die Identität der Antragsteller muss festgestellt werden können. Wer keinen Pass vorlegt, oder bei der Passbeschaffung nicht mitwirkt, hat deshalb auch im Härtefallverfahren kaum Aussicht auf Gewährung eines Aufenthaltsrechts.

Der Vorsitzende der Härtefallkommission, Dr. Edgar Wais, betont, dass die Härtefallkommission einen wichtigen Beitrag für humanitäre Lösungen leistet, wenn die strenge Anwendung des Gesetzes zu Ergebnissen führt, die der Gesetzgeber selbst nicht gewollt haben kann. Ausschlaggebend ist dabei stets eine Gesamtabwägung aller Umstände des Einzelfalls. Dies bedeutet, dass ein negativer Aspekt allein ebenso wenig wie ein einziger positiver Gesichtspunkt die Entscheidungen der Härtefallkommission bestimmt. Wais dazu: „Besonders wichtig für die Kommission ist, dass Erzieher/innen und Lehrer/innen bei den Kindern der Antragsteller eine gute Entwicklung für ein Leben in unserer Gesellschaft sehen.“

Die Härtefallkommission bedauert, dass zahlreichen Anträgen nicht entsprochen werden kann, weil sie unzulässig oder offensichtlich unbegründet sind. „Wir wollen Menschen helfen, sind aber nicht befugt, die Regeln des Aufenthaltsgesetzes des Bundes einfach auf den Kopf zu stellen“, so Wais und ferner: „Eine Überarbeitung der Härtefallkommissionsverordnung wäre sinnvoll, damit sich die Kommission weniger mit aussichtslosen dafür aber vertieft mit fundierten Anträgen von Menschen befassen kann, die es verdienen, eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen.“

Weitere Meldungen

Zwei Hände auf einer Computertastatur. Quelle: Fotolia
Sicherheit

Speicherfrist von IP-Adressen

Renato Gigliotti
Polizei

Neue Leitung für das Polizeipräsidium Ravensburg

Verleihung Gigabitkommune@BW
Auszeichnung „Gigabitkommune@BW“

33 weitere Kommunen nahezu vollständig mit Gigabit versorgt

Breitbandübergabe
Digitalisierung

38,4 Millionen Euro für den kommunalen Breitbandausbau

Rettungshubschrauber Christoph Ortenau in Lahr
Rettungsdienst

Start des neuen Rettungshubschraubers Christoph Ortenau am Flughafen Lahr

Würfel mit einem aufgedruckten in einem Kasten.
Kulturpreis

Ausschreibung des Russlanddeutschen Kulturpreises 2026 für den Bereich „Publizistik“

Vorstellung Lasergestützes Schießtrainingssystem für die Polizei Baden-Württemberg
Polizei

Lasergestützte Schießtrainingssysteme für die Polizei Baden-Württemberg

Kunstausstellung im Innenministerium
Veranstaltungen

Bunte Kunstausstellung im Innenministerium

Polizeistreife bei Verkehrsunfall
Polizei

Bilanz des europaweiten Speedmarathons 2026

Drogen und Fixerutensilien.
Sicherheit

Zahl der Drogentoten im Jahr 2025 leicht zurückgegangen

Wappen der Polizei Baden-Württemberg. (Bild: © Steffen Schmid)
Innere Sicherheit

Politisch motivierte Kriminalität 2025 in Baden-Württemberg

Auspuff eines hochmotorisierten Autos.
Verkehrssicherheit

Autoposerszene bundesweit im Fokus

Polizei mit BW-Wappen
Polizei

Staatssekretär Blenke begrüßt neuen Studienjahrgang an der Hochschule für Polizei

Landtag, Plenarsaal von oben
Sitzung des Landeswahlausschusses am 27. März 2026

Endgültiges Landesergebnis der Landtagswahl 2026 festgestellt

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizei

Staatssekretär Thomas Blenke verabschiedet rund 1.000 Polizistinnen und Polizisten