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1. Landesweiter Tag des Opferschutzes im Innenministerium Baden-Württemberg

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Eine ältere Dame lässt sich von der Polizei beraten.

Menschen über 60 Jahre sind relativ wenig gefährdet, Opfer von Straftaten zu werden. Bei Gewaltdelikten liegt ihr Anteil sogar unter fünf Prozent und damit weit unter ihrem Anteil von knapp 20 Prozent an der Wohnbevölkerung des Landes. „Ältere Menschen leiden aber länger und schwerer unter den körperlichen und psychischen Belastungen durch eine erlittene Straftat. Deshalb wendet sich die Polizei bei der Prävention besonders an Seniorinnen und Senioren und deshalb müssen sich auch die Aktivitäten bei der Opferbetreuung besonders an dieser Altersgruppe orientieren“, sagte Innenminister Reinhold Gall bei der Eröffnung des „1. Landesweiten Tages des Opferschutzes“ am Montag, 12. Oktober 2015, im Innenministerium in Stuttgart.

Jedes Jahr einen Landesweiten Tag des Opferschutzes zu organisieren, sei eine zentrale Forderung der Zweiten Opfer-und Zeugenschutzkommission in ihrem Abschlussbericht vom Juli 2013 gewesen. „Mit der heutigen ersten Veranstaltung geben wir der Kooperation und Vernetzung aller Akteure im Opferschutz einen weiteren entscheidenden Impuls. Gemeinsam werden wir Opfern von Kriminalität in Baden-Württemberg noch effektiver helfen können“, hob Minister Gall hervor. Unter den mehr als 150 Teilnehmern seien neben hochrangigen Vertretern des Innen-, Justiz-, Sozial-, und Integrationsministeriums auch eine Vielzahl von Experten aus der Rechtsberatung, von Opferhilfeorganisationen und Fachberatungsstellen.

Leitthema des 1. Landesweiten Tags des Opferschutzes ist die sogenannte Viktimisierung älterer Menschen. „Denn besonders rücksichtslose Täter nehmen ganz gezielt ältere Menschen ins Visier. Trickdiebstahl und Trickbetrug sind hier an erster Stelle zu nennen. Dabei wird gerade die Hilfsbereitschaft älterer Menschen schamlos ausgenutzt“, warnte Innenminister Reinhold Gall. Eine nicht minder üble Masche seien sogenannte Gewinnverschaffer, bei welchen die Täter wertvolle Sach- und Geldgewinne versprächen. Die Opfer müssten zunächst vermeintlich anfallende Aufwendungen und Gebühren per Vorkasse bezahlen. Der dadurch entstandene Schaden von knapp 55 Millionen Euro in den vergangenen zehn Jahren sei immens.

Die Thematik wird in einer Podiumsdiskussion und zwei Fachforen und bei einer Ausstellung intensiv aufbereitet. Auf dem Podium diskutieren Landespolizeipräsident Gerhard Klotter, Cornelia Tausch von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Werner Sohn (Kriminologische Zentralstelle e. V.), Knut Bauer (SWR4 Radio Stuttgart), Werner Schüle vom Landesseniorenrat), und Erwin Hetger. Landeschef des WEISSEN RINGS und Landespolizeipräsident a.D..

Beim 1. Landesweiten Tags des Opferschutzes unterzeichnen Minister Reinhold Gall und Erwin Hetger einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Innenministerium und dem Landesverband des WEISSEN RINGS. „Damit festigen wir die bereits seit Jahren bestehende gute Zusammenarbeit und unterstreichen damit die gewachsene Bedeutung des Opferschutzes für die Polizei“, betonte der Innenminister. Durch die noch engere Zusammenarbeit der regionalen Polizeipräsidien mit den Außenstellen des WEISSEN RINGS könne Opfern von Kriminalität schnell und unbürokratisch geholfen und durch gezielte gemeinsame kriminalpräventive Aktivitäten weitere Straftaten verhindert werden.
 
„Die Unterzeichnung dieser Kooperationsvereinbarung ist für den Opferschutz in Baden-Württemberg wegweisend und wird die Zusammenarbeit mit der Polizei nochmals deutlich verbessern. Nur in einer engen Netzwerkarbeit können wir den vielfältigen Belangen der Opfer Rechnung tragen. Die Polizei ist dabei neben der Justiz der wichtigste Partner“, hob der Landesvorsitzende des WEISSEN RINGS Erwin Hetger hervor.

Ein Fazit ziehen wird Landeskriminaldirektor Martin Schatz als Leiter des Projektbüros Kommunale Kriminalprävention. Abgerundet wird die Veranstaltung im Großen Konferenzsaal des Innenministeriums mit einem Theaterprojekt des Künstlers Allan Mathiasch zur „Gefahr des Opferwerdens“. Unter dem Titel „Hallo Oma, ich brauch‘ Geld“ zeigen die Schauspieler auf der Bühne, wie ein "Enkeltrick" abläuft. Der „Landesweite Tag des Opferschutzes“ wird künftig im jährlichen Wechsel durch das Innen-, Justiz-, Integrations-, Kultus- und Sozialministerium veranstaltet. Im Jahr 2016 wird das Justizministerium als Ausrichter fungieren.

Wichtige Links zum Themenbereich:

www.im.baden-wuerttemberg.de
www.polizei-beratung.de
www.polizei-bw.de/praevention
www.praevention-bw.de
www.opferschutz.service-bw.de

Anlagen:

Programm (PDF)
Kooperationsvereinbarung (PDF)

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