Sicherheit

Innenminister Thomas Strobl lädt zur ersten Innovationskonferenz Drohnen

Baden-Württemberg hat das Ziel, eine Einsatzdrohne für die Polizei zu entwickeln. Dazu hat Innenminister Thomas Strobl Expertinnen und Experten aus Forschung, Industrie, Sicherheitsbehörden, Militär und Bevölkerungsschutz miteinander vernetzt.

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Gruppenbild mit Minister Thomas Strobl (3. von links) bei der Innovationskonferenz Drohnen

Zudem stehen nun die grundlegenden Anforderungen an eine polizeiliche Einsatzdrohne fest: Diese muss digitale Souveränität bringen, in Deutschland gebaut und entwickelt werden und polizeiliche Einsätze optimal unterstützen können.

„Aktuell stehen wir vor einer neuen sicherheitspolitischen Realität: Drohnen sind längst nicht nur mehr ein Spielzeug für Technikbegeisterte, sondern potenzielle Gefahren aus der Luft. In Baden-Württemberg haben wir das bereits sehr früh erkannt. Wir investieren kräftig in unser Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum Baden-Württemberg – kurz D-KAZ BW – und bauen unsere Vorreiterrolle mit hohem Tempo weiter aus. Gerade jetzt müssen wir verstärkt alles daran setzen, unsere Souveränität auch in diesem Bereich auszubauen. Dafür ist die Innovationskonferenz ein wichtiger Schritt. Wir legen den Grundstein, um die entscheidenden Akteure der Drohnenentwicklung und -produktion zu vernetzen, um so Innovationen aus Wissenschaft und Industrie direkt in die polizeiliche Praxis zu überführen. Das ist auch die Grundlage für die Entwicklung einer Drohne für unsere Polizei made in Baden-Württemberg“, sagte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl am 27. Februar 2026 in Stuttgart anlässlich der Innovationskonferenz Drohnen.

Bei der Innovationskonferenz Drohnen kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, aus der Wissenschaft, der Bundespolizei, der Bundeswehr, von Ministerien und Behörden sowie der Polizei Baden-Württemberg an einem Tisch zusammen. Im Ergebnis hat die Konferenz vor allem die technischen und taktischen Bedarfe und Möglichkeiten für eine Polizeidrohne aufgezeigt.

Technologische Souveränität made in Baden-Württemberg

Innenminister Thomas Strobl unterstrich: „Die Gespräche heute haben gezeigt: Wir brauchen keine China-Kracher. Unsere Polizei braucht eine Drohne, die uns digitale Souveränität bringt, die in Deutschland gebaut und entwickelt wird und die polizeilichen Einsätze optimal unterstützt. Die Polizei braucht eine Drohne, die von der Vermessung bei der Unfallaufnahme bis hin zur kabellosen Bildübertragung bei der Fahndung nach Verdächtigen ein möglichst breites Spektrum polizeilicher Einsatzlagen abdeckt. Sie muss wie unsere Polizistinnen und Polizisten rund um die Uhr mit hoher Ausdauer, geschärften Sinnen und bei jeder Witterungslage einsetzbar sein. Deshalb benötigt diese Drohne eine hochauflösende Bildübertragung, eine lange Akkulaufzeit und Witterungsbeständigkeit – nur so kann sie in polizeilichen Einsatzlagen optimal genutzt werden. Baden-Württemberg ist seit jeher eines der Zentren für Forschung und Wirtschaft im Bundesgebiet und bietet somit allerbeste Voraussetzungen für zukünftige Kooperationen im Bereich Drohnen. Wir setzen auf technologische Souveränität made in Baden-Württemberg statt auf Drohnen, die aus Asien geliefert werden.“

Die Polizei Baden-Württemberg wird nun in einem nächsten Schritt mit Partnern aus Forschung und Industrie eine Drohne entwickeln, die folgende Voraussetzungen erfüllt:

  • Digitale Souveränität: 
    • Der Datenfluss beim Einsatz von Drohnen muss durch die anwendenden Sicherheitsbehörden jederzeit steuerungsfähig und nachvollziehbar sein.
    • Erhobene Daten sollen in einer eigens für die polizeilichen Anwendungen und Belange eingerichteten Sicherheitsinfrastruktur gespeichert werden können.
    • Durch eigene Systeme und Anwendungen soll die Übertragungs- und Datensicherheit gewährleistet werden.
  • Lokale Entwicklung:
    • Ziel sind Kooperationen mit etablierten Unternehmen, insbesondere aus Baden-Württemberg, um technisch auf dem neuesten Stand zu sein, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und den Unternehmen zu verdeutlichen, was die Sicherheitsbehörden brauchen.
  • Kooperationen mit ansässigen Forschungseinrichtungen. Technische Anforderungen:
    • Um eine möglichst lange Einsatzverfügbarkeit zu garantieren, muss die verwendete Akkutechnik den neuesten Entwicklungen entsprechen.
    • Für die Sicherheitsbehörden ist eine hochauflösende Kameratechnik auf dem neuesten Stand der Technik notwendig, um polizeiliche Einsatzmaßnahmen mittels Übertragungstechnik optimal mitverfolgen und steuernd eingreifen zu können.
    • Da die Polizei rund um die Uhr, 24/7 einsatzbereit sein muss, gilt dies auch für die eingesetzten Drohnen. Das bedeutet auch, dass polizeiliche Drohnen bei allen Witterungsbedingungen vollumfänglich einsetzbar sein müssen.

In den vergangenen Jahren ist die Weiterentwicklung von Drohnen rasant fortgeschritten. Gerade in Bezug auf autonomes Fliegen, die Nutzungsdauer von Akkus oder die Anwendung von Künstlicher Intelligenz wird die Drohnentechnologie nach und nach weiter optimiert werden. Bislang ist die Polizei in Deutschland auf Hersteller aus Ländern außerhalb Europas, insbesondere aus China, angewiesen. Das wird sich nun ändern: Forschung und Industrie arbeiten gemeinsam mit Polizei und Bundeswehr an einer Drohne für die Polizei, die digitale Souveränität bringt, in Deutschland entwickelt wird und die Anforderungen der Polizei erfüllt.

Bilder der Veranstaltung finden Sie in unserer Mediathek.

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