Kommunen

Land beschafft erstmals Löschfahrzeuge für Städte und Gemeinden

Zum ersten Mal beschaffen landesweit Städte und Gemeinden Löschfahrzeuge gemeinsam. Das Innenministerium Baden-Württemberg hat den Erwerb der 69 Löschfahrzeuge für kommunale Feuerwehren koordiniert.

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Seitlich geöffnetes Feuerwehrfahrzeug. Quelle: Gertrud-Luckner-Gewerbeschule Freiburg, Klasse D3FG, Schuljahr 09/10

„Mit der gemeinsamen Beschaffung haben wir die Kommunen entlastet, Bürokratie abgebaut und Kräfte gebündelt. Statt Dutzender einzelner und aufwändiger Vergabeverfahren beschafft das Innenministerium die Löschfahrzeuge zentral. Das spart den Kommunen viel Zeit, Arbeitskraft und auch Geld: Sie profitieren von einem günstigeren Anschaffungspreis und erhalten zusätzlich eine höhere Förderung vom Land. Zum ersten Mal haben wir jetzt eine gemeinsame Beschaffung von Löschfahrzeugen für die Kommunen hinbekommen. Es freut mich, dass gleich 57 Städte und Gemeinden sowie eine Werkfeuerwehr teilgenommen haben. Einige werden sogar gleich mehrere Fahrzeuge erhalten. Und freilich freut es mich auch, dass ein Hersteller aus Baden-Württemberg das wirtschaftlich günstigste Angebot unterbreitet hat und die Kommunen damit Feuerwehrfahrzeuge ‚made in the Länd‘ erhalten“, zeigte sich der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl hochzufrieden.

182.000 Euro Landesförderung pro Löschfahrzeug

Den Zuschlag hat das Innenministerium in einem vergaberechtlichen Verfahren an die Firma Albert Ziegler GmbH in Giengen an der Brenz im Landkreis Heidenheim erteilt. Bei einer vergleichbaren Einzelbeschaffung wäre der Preis pro Fahrzeug deutlich höher anzusetzen gewesen. Neben dieser Einsparung profitieren die Kommunen auch von einer um 42.000 Euro höheren Förderung durch das Land – statt 140.000 Euro gibt das Land 182.000 Euro pro Löschfahrzeug.

Bei den ausgeschriebenen Fahrzeugen handelt es sich um so genannte Löschgruppenfahrzeuge LF 10. Die Fahrzeuge bieten Platz für neun Feuerwehrangehörige, umfassende feuerwehrtechnische Beladung sowie 2.000 Liter Löschwasser in einem fest eingebauten Tank. Eine leistungsstarke Pumpe ist ebenso fest eingebaut wie ein Lichtmast für die Ausleuchtung von Einsatzstellen bei Nacht. Löschgruppenfahrzeuge LF 10 sind bei vielen Feuerwehren als Standardfahrzeuge im alltäglichen Einsatz in Benutzung.

Entlastung der Kommunen

Möglich ist die zentrale Beschaffung, nachdem das Innenministerium im vergangenen Jahr die Verwaltungsvorschrift über Zuwendungen für das Feuerwehrwesen geändert hatte. Bisher war es üblich, dass die Kommunen ihre Einsatzfahrzeuge jeweils einzeln beschaffen und technisch individuell ausgestalten. Damit sind die Fahrzeuge Einzelanfertigungen, wodurch der Preis höher ist. Außerdem ist der bürokratische Aufwand bei den Kommunen für die Vorbereitung und Durchführung vergaberechtskonformer Ausschreibungen in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Durch die zentrale Übernahme dieser Aufgabe durch das Land werden die Städte und Gemeinden hier spürbar entlastet. Mit der Idee, weitgehend gleiche Fahrzeuge zu beschaffen, geht das Land einen neuen Weg. Die Standardisierung erbringt Synergieeffekte bei der Produktion, die zu einem günstigeren Gesamtpreis führen. Außerdem vereinfacht die Standardisierung auch die Ausbildung der meist ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen. Deshalb unterstützen auch die kommunalen Landesverbände und der Landesfeuerwehrverband die Initiative aus dem Innenministerium.

„Dieses Ergebnis ist eine hervorragende Bestätigung, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Und es bekräftigt uns darin, diese Initiative fortzusetzen und zu verstetigen. Die Gemeindefeuerwehren leisten herausragende Arbeit – und wir schaffen bestmögliche Rahmenbedingungen und unterstützen diese wichtige Aufgabe nach Kräften“, unterstreicht Innenminister Thomas Strobl.

Für das Jahr 2026 ist bereits eine gemeinsame Beschaffung für so genannte Tragkraftspritzenfahrzeuge (Standard-Löschfahrzeug der Feuerwehr für kleine bis mittlere Einsätze). Solche Fahrzeuge werden insbesondere in kleinen Feuerwehren und Feuerwehrabteilungen eingesetzt, die sich alleine sehr schwertun, entsprechende Ausschreibungen und Produktionsbegleitungen zu organisieren. Bisher haben bereits über 30 Kommunen ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet.

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