Verkehrssicherheit

Verkehrsunfallbilanz 2025: Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer

Der Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer: In den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Getöteten um 20 Prozent und die Anzahl der Schwerverletzten um 40 Prozent gesunken.

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„Verkehrssicherheit wird bei uns großgeschrieben, denn jeder Verkehrsunfall ist einer zu viel. Unser Ziel bleibt hier glasklar: Keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr. Die Statistik zeigt: Wir sind auf dem richtigen Kurs. Auf der langen Linie haben wir seit 2016 die Anzahl der Verkehrstoten um 20 Prozent und die Anzahl der Schwerverletzten um rund 40 Prozent auf einen historischen Tiefstand reduziert. Freilich verlaufen solche Zahlen nicht linear und es gibt immer wieder Rückschläge. So verzeichnen wir im letzten Jahr bei den Verkehrstoten einen Anstieg um 7,9 Prozent. Deshalb ist klar: Wir dürfen keinen Deut nachlassen! Denn am Ende geht es nicht um Zahlen, sondern darum, dass jede und jeder sicher nach Hause kommt. In Baden-Württemberg investieren wir daher konsequent weiter in Prävention, Kontrolle und Aufklärung – für noch mehr Sicherheit auf unseren Straßen, für weniger Tote und weniger Schwerverletzte“, sagte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl bei der Vorstellung der baden-württembergischen Verkehrsunfallbilanz 2025 in Stuttgart.

Die Verkehrsunfallbilanz in Zahlen

Im Jahr 2025 ereigneten sich in Baden-Württemberg insgesamt 314.129 Verkehrsunfälle (2024: 312.105; +0,6 Prozent). Bei neun von zehn Unfällen blieb es bei Sachschäden. Insgesamt 42.802 Personen wurden bei Verkehrsunfällen verletzt (+1,6 Prozent). 367 Personen verstarben bei einem Verkehrsunfall, 7,9 Prozent mehr als 2024 (340). Gleichzeitig sinkt mit 5.561 die Anzahl der Schwerverletzten erneut auf einen historischen Tiefstand (2024: 5.950; -6,5 Prozent). Im Vergleich zum Zehnjahreshöchststand von 2017 hat sich die Anzahl der Verkehrstoten um 20 Prozent (2017: 458, 2025: 367) und die Anzahl der Schwerverletzten um rund 40 Prozent (2016: 8.992, 2025: 5.561) reduziert.

Ausgewählte Verkehrsarten und Zielgruppen

Das Unfallaufkommen von jungen Fahrerinnen und Fahrern (18 bis 24 Jahre) lag 2025 mit 21.284 Verkehrsunfällen in etwa auf dem Vorjahresniveau. Das sind in den letzten zehn Jahren rund 23 Prozent weniger Unfälle (2016: 27.623). Der deutliche Rückgang zeigt sich auch bei den Unfallfolgen: So gab es rund 25 Prozent weniger Leichtverletzte (2016: 7.151; 2025: 5.374) und 52 Prozent weniger schwerverletzte junge Erwachsene (2016: 1.420; 2025: 678). Mit 50 jungen Erwachsenen verunglückten auf den Straßen in Baden-Württemberg 19 mehr als im Jahr 2024 tödlich. Vier von zehn tödlichen Verkehrsunfällen sind auf zu schnelles Fahren zurückzuführen. Bei weiteren 14 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle spielte Ablenkung eine Rolle. „Rasen kann das Leben kosten. Jeder Stundenkilometer zu schnell, jede Unachtsamkeit kann über Leben oder Tod entscheiden. Dafür müssen wir besonders junge Menschen sensibilisieren. Und das tun wir mit gezielten Präventionsveranstaltungen an Schulen und Hochschulen“, führte Minister Thomas Strobl aus.

Bei der Betrachtung der tödlichen Verkehrsunfälle zeigt sich eine Zunahme im Bereich der Seniorinnen und Senioren. Im Vergleich zum Vorjahr kamen 21 Seniorinnen und Senioren mehr bei Verkehrsunfällen ums Leben (2024: 127; 2025: 148; +16,5 Prozent). Dabei verunglückten 25 Prozent der getöteten Seniorinnen und Senioren beim Führen eines Fahrrads oder Pedelecs – nahezu die Hälfte davon war ohne Helm unterwegs. Die Anzahl der Schwerverletzten befindet sich mit 1.329 auf dem Vorjahresniveau (2024: 1.326). „Mit der Kampagne ‚SICHER fit UNTERWEGS‘ unterstützen wir unsere Seniorinnen und Senioren dabei, möglichst lange mobil zu bleiben und sich vor Unfällen zu schützen. So kann etwa jede und jeder mit dem Tragen eines Helms zum eigenen Schutz beitragen und schwere Unfallfolgen vermeiden“, erklärte Innenminister Thomas Strobl.

Bei 13.073 Unfällen waren im letzten Jahr Fahrräder und Pedelecs beteiligt. Damit hat die Polizei im Vergleich zum Vorjahr 5,9 Prozent mehr Unfälle registriert (2024: 12.343). 64,3 Prozent der Fahrradunfälle mit Personenschaden haben die Radfahrerinnen und Radfahrer selbst verursacht. Von den 60 tödlich verunglückten Radlerinnen und Radlern (2024: 57) waren fast zwei Drittel mit einem Pedelec unterwegs. Über die Hälfte trug keinen Fahrradhelm. Eine positive Entwicklung zeigte sich bei den schwerverletzten Fahrradfahrerinnen und -fahrern. Hier gab es 5,8 Prozent weniger Schwerverletzte als im Jahr 2024 (2024: 1.818; 2025: 1.713).

Die weiterhin steigende Beliebtheit von E-Scootern oder Segways, die die Polizei in der Statistik als Elektrokleinstfahrzeuge erfasst, macht sich auch in der Verkehrsunfallstatistik bemerkbar. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung eines E-Scooters oder Segways stieg um 35 Prozent auf 1.978 Fälle an. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 513 Unfälle mehr (2024: 1.465). 70,1 Prozent der Verkehrsunfälle haben die Fahrerinnen und Fahrer selbst verursacht. Insgesamt verunglückten 34,2 Prozent mehr Menschen bei der Nutzung von Elektrokleinstfahrzeugen (2024: 1.118; 2025: 1.500), davon 1.338 leicht (2024: 990; +35,2 Prozent) und 152 schwer (2024: 121; +25,6 Prozent). Zehn Menschen, alle auf dem E-Scooter unterwegs, verloren ihr Leben (2024: 7). Neun der zehn Getöteten trugen keinen Helm. Bei rund 14,7 Prozent aller Unfälle mit E-Scootern oder Segways war eine mangelnde Verkehrstüchtigkeit unfallursächlich. „E-Scooter sind kein Spielzeug- das spiegelt sich leider auch in den Zahlen wider. Wer E-Scooter nutzt, trägt Verantwortung – für ein Kraftfahrzeug, für sich selbst und für andere. Das muss in die Köpfe rein. Deshalb geben Sie acht, auf sich und andere, und halten Sie sich an die Regeln. Nur so können Unfälle vermieden werden“, betonte Minister Thomas Strobl.

Hauptunfallursachen und Risikofaktoren

Rund jeder dritte tödliche Verkehrsunfall ist auf zu schnelles Fahren zurückzuführen. Damit bleibt überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit die Unfallursache Nummer 1 für tödliche Verkehrsunfälle auf den Straßen in Baden-Württemberg. Im vergangenen Jahr starben 129 Menschen bei Unfällen aufgrund zu hoher Geschwindigkeit. 55 Menschen starben in Folge einer Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangsverletzung. Mangelnde Verkehrstüchtigkeit führte zu 46 Verkehrstoten, 36 Menschen verloren ihr Leben aufgrund von Ablenkung, zum Beispiel durch ein Handy. 42 von 150 gurtpflichtigen Getöteten waren zum Unfallzeitpunkt nicht oder nicht richtig angeschnallt. „Meistens sind es ganz einfache Verhaltensweisen, die uns im Straßenverkehr besser schützen. Deshalb gilt: Schnallen Sie sich an! Fahren Sie nicht zu schnell! Finger weg vom Handy! Bleiben Sie nüchtern und klar! Und tragen Sie einen Helm! Damit können Sie Leben retten, sogar Ihr eigenes“, betonte Innenminister Thomas Strobl.

Verkehrsüberwachung

Rund 1,5 Millionen Geschwindigkeitsverstöße hat die Polizei im vergangenen Jahr erfasst. Fast 28.000 Fahrten unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss hat die Polizei verfolgt. Zudem stellte die Polizei rund 82.000 Handyverstöße, mehr als 82.000 Verstöße gegen die Gurt- und Kindersicherungspflicht sowie knapp 63.000 Abstandsverstöße fest. „Die polizeiliche Verkehrsüberwachung setzt an der Wurzel an - dort, wo es nötig ist: bei den Ursachen schwerer Verkehrsunfälle. Das ist kein Selbstzweck, sondern dient der Sicherheit aller“, erläuterte der Minister.

Verkehrsunfallprävention

Für das ambitionierte Ziel der Vision Zero gehen Verkehrsüberwachung und Verkehrsunfallprävention Hand in Hand als zentrale Elemente der Verkehrssicherheitsarbeit. Jedes Jahr findet die Aktionswoche der Verkehrssicherheit unter wechselndem Motto statt. Das Motto für 2026 befasst sich mit Zweirädern in allen Formen. „In der Aktionswoche der Verkehrssicherheit stellen wir jährlich aktuelle Themen in den Mittelpunkt. Die Verkehrssicherheit von Zweirädern ist dabei eine wichtige Aufgabe, da Zweiradfahrer ungeschützter sind als etwa Autofahrer. Deshalb werden wir diese Aktionswoche nutzen, um den Straßenverkehr mit Zweirädern noch sicherer zu machen“, sagte Minister Thomas Strobl, der zugleich Schirmherr der Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR ist.

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