„Die Polizeihubschrauberstaffel ist 24/7, Tag und Nacht, einsatzbereit und unterstützt mit einer technisch hochmodernen Ausstattung Einsätze aus der Luft. Das Einsatzspektrum ist dabei immens – von der Suche nach Vermissten, der Fahndung nach Straftätern bis hin zum Transport von Spezialkräften, Überwachungsflügen, Brandbekämpfung aus der Luft oder der Windenrettung. Damit ist die Polizeihubschrauberstaffel ein wichtiger Partner im Bevölkerungsschutz und aus der Sicherheitslandschaft in Baden-Württemberg nicht mehr weg zu denken“, sagte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl anlässlich der Jahresbilanz.
24/7 bereit für den Einsatz
Im letzten Jahr erbrachten die Besatzungen der Polizeihubschrauberstaffel bei insgesamt 2.097 (2024: 2.253) Einsätzen 2.047 Flugstunden (2024: 2.241). Fast die Hälfte aller Stunden, 46 Prozent, fanden dabei zur Nachtzeit statt (2024: 43 Prozent). Von insgesamt sechs Hubschraubern des Typs Airbus H145 stehen zwei Maschinen dauerhaft am Flughafen Stuttgart und am Baden-Airpark in Rheinmünster-Söllingen einsatzbereit.
So unterstützte die Polizeihubschrauberstaffel etwa im November 2025, als sich ein Arbeiter in rund 35 Metern Höhe auf einem Sendemast befand und nicht mehr selbst absteigen konnte. Dank des schnellen Einsatzes eines Polizeihubschraubers mit Seilwinde konnten Höhenretter der Feuerwehr Stuttgart den Verletzten direkt aus der Luft retten und binnen weniger Minuten dem Rettungsdienst übergeben. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, wie wichtig diese Einheit ist.
Ein weiterer besonderer Vorfall ereignete sich im März 2025. Ein zweijähriger Junge aus Hornberg wurde vermisst gemeldet. Nachdem das Kind auf einer Wildtierkamera gesichtet wurde, suchte die Polizeihubschrauberstaffel den Jungen aus der Luft. Mit der hochmodernen Wärmebildtechnik gelang es der Besatzung, den Zweijährigen trotz Dunkelheit binnen kürzester Zeit zu lokalisieren. Der Junge wurde rund sechs Stunden nach seinem Verschwinden wohlbehalten gerettet und den Eltern übergeben.
Wachsende Herausforderung durch Drohnen
Mit der Zunahme privater und gewerblicher Drohnen steigt auch die Zahl sicherheitsrelevanter Vorfälle. Hierzu zählen auch Hinweise auf Drohnensichtungen über Flughäfen, militärischen Einrichtungen sowie der kritischen Infrastruktur. Hinzu kommt, dass sich der Drohnensektor technologisch mit großer Dynamik entwickelt. Um mit den rasanten Veränderungen Schritt zu halten und die Weichen für die Zukunft zu stellen, findet auf Initiative von Innenminister Thomas Strobl am 27. Februar 2026 die „Innovationskonferenz Drohnen“ beim Innovation-Hub der Polizei statt. Die Konferenz bringt Technologieexperten, Entscheidungsträger und Anwender an einen Tisch. Angesichts komplexer werdender Einsatzszenarien bündelt die Konferenz das ganze Knowhow aus Praxis, Wissenschaft und Technik, um innovative Lösungen für die öffentliche Sicherheit zu generieren.
Drohnenkompetenz des Landes
Baden-Württemberg hat sich früh darum gekümmert, eine Vorreiterrolle beim Thema Drohnen aufzubauen. Seit dem 1. Januar 2022 gibt es das Trainings- und Kompetenzzentrum Drohnen (TK Drohnen) bei der Polizei Baden-Württemberg. Es ist organisatorisch bei der Polizeihubschrauberstaffel angegliedert und gehört dem Polizeipräsidium Einsatz an.
Um die neuen Herausforderungen bereits im Namen besser abzubilden wird das alte TK Drohnen zukünftig griffig unter D-KAZ BW – Drohnenkompetenz und -abwehrzentrum Baden-Württemberg firmieren. Das D-KAZ BW der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg bündelt die Kompetenz und Sachkunde bei der Detektion und Abwehr von Drohnen und verfügt hier auch über entsprechende Systeme zur Detektion und Abwehr von Drohnen. Es unterstützt darüber hinaus die bundesweite Servicestelle Luftraumschutz, die ebenfalls bei der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg angesiedelt ist, beispielsweise im Zusammenhang mit der Planung von Einsatzmaßnahmen, und nimmt damit auch eine beratende Funktion wahr.
Auch bundesweit hat Baden-Württemberg hier eine Sonderrolle: So ist Baden-Württemberg als einziges Bundesland Teil der Arbeitsgruppe Sicherheit im Luftraum, die sich zuletzt am 7. Oktober 2025 in Stuttgart getroffen hat. Rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bundeswehr, verschiedener Bundesministerien und Bundesbehörden sowie der Polizei Baden-Württemberg – als bundesweit einzige Polizei – nahmen unter dem Vorsitz des stellvertretenden Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Lutz Kohlhaus, an der 20. Sitzung der Arbeitsgruppe Sicherheit im Luftraum teil.
Auch im Sicherheitspaket des Nachtragshaushalts wurde der Bereich der Drohnenentwicklung gestärkt – mit vier Millionen Euro. Zur technischen Weiterentwicklung sowie als Reaktion auf die sich verändernde Gefährdungslage werden mit den zusätzlichen Mittel in Höhe von bis zu vier Millionen Euro die bereits guten Fähigkeiten der Polizei Baden-Württemberg in den Bereichen der Drohnendetektion und -abwehr weiter ausgebaut.

















