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Jahresbericht Jugendkriminalität wird vorgestellt

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Blaulicht und Schriftzug "Stopp Polizei" auf einem Einsatzfahrzeug.

Junge Menschen unter 21 Jahren sind immer weniger gewalttätig. Mit 5.107 Tatverdächtigen im Jahr 2015 ging die Zahl der Gewalttäter unter 21 Jahren in den vergangenen zehn Jahren um 44 Prozent zurück. Vor zehn Jahren hatte es 9.121 Tatverdächtige unter 21 Jahren gegeben.

„Die Polizei und ihre Partner aus Schule, Jugendarbeit und Gesellschaft haben große Anstrengungen unternommen – und die haben sich gelohnt! Bei den Schulen verzeichnen wir bei Gewaltdelikten sogar 70 Prozent weniger Tatverdächtige als noch vor einem Jahrzehnt“, so der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl bei der Vorstellung des Jahresberichts Jugendkriminalität am Donnerstag, 11. August 2016.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der jungen Gewalttäter um 3,1 Prozent, bei Gewaltdelikten an Schulen um 11,1 Prozent gesunken. Zudem unterstreicht die rückläufige Zahl der jungen Tatverdächtigen in nahezu allen jugendspezifischen Deliktsbereichen diese positive Entwicklung. Zum Beispiel habe es 2015 im Bereich der Raubdelikte einen Rückgang um 5,9 Prozent auf 995 Tatverdächtige (2014: 1.015), im Bereich der Sachbeschädigung um 7,8 Prozent auf 4.448 Tatverdächtige (2014: 4.824) und bei Brandstiftungen einen Rückgang um 11,9 Prozent auf 311 Tatverdächtige (2014: 353) gegeben.

Trotz dieser Rückgänge ist die Gesamtzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren um 4,6 Prozent auf 60.373 (2014: 58.304) im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Der seit 2014 festzustellende Anstieg geht überwiegend auf die Zunahme der Verstöße im Bereich des Aufenthalts-/ Asylverfahrensgesetz zurück. Dort wuchs die Zahl von 3.535 Tatverdächtigen unter 21 Jahren im Jahr 2014 um 122,5 Prozent auf zwischenzeitlich 7.865 Tatverdächtige an. Rechnet man diese Verstöße gegen das Aufenthalts-/ Asylverfahrensgesetz heraus, weist die Vorjahresdifferenz einen Rückgang der Tatverdächtigenzahl um 2,2 Prozent auf 54.079 Tatverdächtige unter 21 Jahren (2014: 55.272) auf.

Damit einher geht ein Zuwachs der Zahlen bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen. 2014 betrug der Anteil der Nichtdeutschen an der Gesamtzahl der jungen Tatverdächtigen 30 Prozent (17.724), 2015 bereits 38 Prozent (23.417). Aber auch abseits von ausländerrechtlichen Delikten zeigt die Kriminalstatistik einen Rückgang deutscher Tatverdächtiger, während die Zahl nichtdeutscher Jungtäter wuchs.

Am häufigsten wurden Diebstahlsdelikte begangen: Das waren 26,9 Prozent (2014: 28,4 Prozent) der Gesamtzahl der jungen Täter. Gegenüber dem Vorjahr konnte hier dennoch ein leichter Rückgang der Tatverdächtigen um knapp ein Prozent auf 16.428 (2014: 16.558) registriert werden. Auch im Bereich der Körperverletzungsdelikte - welche mit 10.342 Tatverdächtigen U21 (2014: 10.408) einen Anteil von 17 Prozent (2014: 17,9 Prozent) an der Gesamtverdächtigenzahl U21 aufweisen - konnte im Vergleich zum Vorjahr eine geringe Abnahme verzeichnet werden.

Der allgemein nur leichte Anstieg der Rauschgiftkriminalität spiegelte sich 2015 auch bei der jungen Generation wider. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl der Jungtäter von 11.291 auf 11.335 (plus 0,4 Prozent) gestiegen. Auffällig ist hier die von 1.488 um 5,2 Prozent auf 1.565 gewachsene Anzahl weiblicher Tatverdächtiger, während die Zahl männlicher Tatverdächtiger um 0,3 Prozent auf 9.770 (2014: 9.803) zurückging.

Die Polizei habe ihre Präventionsarbeit zielgerichtet auf die erkennbaren Problembereiche ausgerichtet. Mit dem Angebot “Polizeiliche Prävention“ auf dem Stundenplan‚ gibt es eine bundesweit in dieser Form einmalige Kooperation zwischen Innen- und Kultusministerium. Die Polizei informiert landesweit und flächendeckend Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte gezielt zu den Themen Gewaltprävention, Mediengefahren, Sucht und Verkehrsprävention. Im Jahr 2015 wurden damit knapp 10.000 Schulklassen und deren Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte erreicht.

Auch durch die beste Präventionsarbeit kann jedoch nicht ganz verhindert werden, dass es auch junge Menschen gibt, die des Öfteren durch Straftaten auffallen. In Baden-Württemberg werden verhaltensauffällig gewordene Kinder und Jugendliche frühzeitig in das Initiativprogramm „Jugendliche Intensivtäter“ (JUGIT) aufgenommen und dort betreut. Durch polizeiliche und vernetzte Interventionsmaßnahmen soll das dauerhafte Abgleiten in eine kriminelle Karriere verhindert werden. Zum 31. Dezember 2015 sind in Baden-Württemberg 376 Personen (2014: 336) als „Jugendliche Intensivtäter“ erfasst und betreut worden.

Zusatzinformationen:
Der Jahresbericht 2015 zur Jugendkriminalität und Jugendgefährdung ist im Internet zu finden unter www.polizei-bw.de.

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