Die als Landesprojekt entwickelte Plattform steht damit dauerhaft auf eigenen Beinen.
„Mit MEDI:CUS haben wir die Basis für eine plattformbasierte IT-Infrastruktur geschaffen, die medizinische Einrichtungen konsequent vernetzt. Damit sind wir deutschlandweit Vorreiter. Und wir haben gezeigt: Wir können nicht nur konzipieren, wir können umsetzen. Mit der Gründung des MEDI:CUS e. V. legen wir heute den Grundstein, damit aus einem ambitionierten Landesprojekt eine eigenständige, gemeinschaftlich getragene Struktur wird. MEDI:CUS ist kein Konzept. Es ist Realität. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen, die diesen Weg mit Kompetenz, Ausdauer und Vertrauen möglich gemacht haben“, betont Ronja Kemmer, Chief Digital Officer der Landesregierung, bei der Gründung des Vereins am 18.09.2026 in Stuttgart.
MEDI:CUS verfolgt das Ziel, eine landesweite, cloudbasierte und sichere Infrastruktur für digitale Anwendungen in Baden-Württemberg aufzubauen. Perspektivisch soll MEDI:CUS über diese zentrale, geschützte Cloudplattform außerdem die Nutzung von relevanten Patientendaten ermöglichen. Auf diese Weise soll die Gesundheitscloud die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen – von Universitätskliniken und Krankenhäusern über die gesamte Versorgungskette hinweg – vereinfachen, die Verbreitung von innovativen Anwendungen beschleunigen und so die datengestützte Gesundheitsversorgung und Forschung weiter vorantreiben.
Nutzerinnen und Nutzer bestimmen die weitere Entwicklung
Mit der Vereinsgründung geht die MEDI:CUS-Plattform maßgeblich in die Verantwortung derjenigen über, die die Plattform künftig nutzen. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Universitätsklinika des Landes und weitere Kliniken in kommunaler und privater Trägerschaft, die die MEDI:CUS-Plattform bei der Entwicklung und Pilotierung begleitet haben, die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft e. V. sowie die vier Landesuniversitäten mit medizinischer Fakultät. Das Land wird, vertreten durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit, Ehrenmitglied im Verein.
Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand MdL hebt hervor: „Ich freue mich, dass wir MEDI:CUS nun vertrauensvoll in die Hände derjenigen legen können, die täglich damit arbeiten und von der Plattform profitieren. Deshalb übergeben wir die weitere Entwicklung jetzt gemeinsam in die Verantwortung der Kliniken und Universitäten als Nutzerinnen und Nutzer von MEDI:CUS. Das schafft Verlässlichkeit für die Einrichtungen und macht es leichter, digitale Lösungen gemeinsam zu entwickeln und zu betreiben. Davon profitieren am Ende vor allem die Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig freue ich mich darauf, das Land künftig als Ehrenmitglied im Verein vertreten und die weitere strategische Entwicklung begleiten zu können. Denn eine moderne und resiliente Gesundheitsversorgung braucht nicht nur gute Medizin, sondern auch eine leistungsfähige und sichere digitale Infrastruktur.“
Ab 2027 steuert der MEDI:CUS-Verein die strategische Weiterentwicklung des Plattformökosystems. Den operativen Betrieb und die Weiterentwicklung der Plattform soll die MEDI:CUS-GmbH übernehmen, deren alleiniger Gesellschafter der Verein sein wird. MEDI:CUS übernimmt Aufgaben, die bislang von den Krankenhäusern vielfach dezentral und eigenständig wahrgenommen werden, wie beispielsweise den Betrieb und Support von Fachdiensten oder auch die Wartung und Zertifizierung notwendiger Basisinfrastruktur. Gemeinsame Lösungen sollen langfristig Aufwand, Kosten und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern reduzieren. Die Plattform wird ein hohes IT-Sicherheitsniveau gewährleisten und gleichzeitig durch definierte IT-Standards und Schnittstellen den Grad der Interoperabilität Stück für Stück erhöhen.
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Frederik Wenz, Vorstandsvorsitzender MEDI:CUS e. V.: „Der neue MEDI:CUS-Verein wird auch künftig für seine Mitglieder nach den besten Lösungen suchen. Dabei stehen Funktionalität, Interoperabilität und Innovationsfähigkeit im Mittelpunkt, sodass neue IT-Lösungen schnell in der Versorgung ankommen.“
Gesundheitsdaten für Forschung, Versorgung und Innovation
Der Zugang zu Gesundheitsdaten sowie deren rechtssichere Nachnutzung ist ein entscheidender Faktor für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem. Daher soll sich die MEDI:CUS-Plattform in naher Zukunft zu einer zentralen Datendrehscheibe entwickeln.
Der gemeinwohlorientierte Vereinszweck stellt sicher, dass MEDI:CUS dauerhaft der Verbesserung der medizinischen Versorgung und Forschung dient. Wissenschafts- und Forschungsministerin Petra Olschowski MdL ordnet daher ein: „Mit der heutigen Gründung schaffen wir die Grundlage, MEDI:CUS dauerhaft weiterzuentwickeln, um Forschung und Versorgung enger zu verzahnen und Gesundheitsdaten verantwortungsvoll für medizinischen Fortschritt zu nutzen. Die Gründung ist ein starkes Signal für die einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit in Baden-Württemberg. Und was mich besonders freut: Am Ende profitieren vor allem die Menschen im Land von der Plattform.“
Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut ergänzt: „Gesundheitsdaten sind Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik zugleich. Sie sind eine zentrale Grundlage für medizinischen Fortschritt, Innovationen und neue Geschäftsmodelle. MEDI:CUS schafft dafür eine souveräne digitale Infrastruktur mit hohen Sicherheits- und Datenschutzstandards. So stärken wir nicht nur Versorgung und Forschung, sondern auch die Innovationskraft unserer Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit des Gesundheitsstandorts Baden-Württemberg.“
Mit dem Übergang von der Pilotierung in den Echtbetrieb wird den Nutzern ein kompaktes aber stetig wachsendes Leistungsportfolio angeboten. Zunächst stehen Messenger- und Telekonsil-Lösungen sowie ein Kollaborationstool bereit. Auch weitere Basisanwendungen wie Speicher- und Sicherheits-Services sind in der Umsetzung und können im Regelbetrieb bezogen werden.
Zum Projekt
In den vergangenen zwei Jahren hat das Land im Zuge des Projekts MEDI:CUS gemeinsam mit baden-württembergischen Kliniken und weiteren Partnern eine anbieterunabhängige, cloudbasierte Plattformarchitektur zum einfachen Bezug von Applikationen und Services aufgebaut. Damit soll die stark fragmentierte IT-Landschaft im Gesundheitswesen überwunden und mittelfristig der Austausch sowie die Nutzung von Gesundheitsdaten ermöglicht werden. Finanziert wurde das unter dem Dach des „Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg“ initiierte Projekt ressortübergreifend mit über 25 Millionen Euro aus dem Sozial-, Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium. Das Innen- und Digitalisierungsressort war federführend mit der operativen Umsetzung betraut. Im März gab das Kabinett seine Zustimmung für die künftige Trägerorganisation bestehend aus einem Verein und einer operativen GmbH. Heute ist die Gründung des Vereins als langfristige Steuerungseinheit der MEDI:CUS-Plattform erfolgt.
Übersicht der Gründungsmitglieder
Bilder der Veranstaltung finden Sie in unserer Mediathek.

















