Die Struktur des Rettungsdienstes

Notfallrettung

Ein Rettungssanitäter

Das Land Baden-Württemberg ist in 35 Rettungsdienstbereiche (RDB) eingeteilt, deren Zuständigkeitsbereiche sich zumeist mit den politischen Kreisgrenzen decken. Maßgebliches Organisations- und Planungsorgan für den Rettungsdienst in den einzelnen Rettungsdienstbereichen ist der Bereichsausschuss.

Dieser hat planerisch die rettungsdienstliche und notärztliche Versorgung im Rettungsdienstbereich sicherzustellen. Hierzu ist vom Bereichsausschuss ein Bereichsplan aufzustellen, der jährlich zu überprüfen und bei notwendigen Änderungen zeitnah anzupassen ist. Im Bereichsplan werden unter anderem gemäß § 3 Absatz 3 Rettungsdienstgesetz der Standort der Integrierten Leitstelle und die Standorte der Rettungswachen sowie die jeweilige Vorhaltung an ärztlich und nichtärztlich besetzten Einsatzmitteln der Notfallrettung festgelegt.

Der Rettungsdienst wird von den Rettungsdienstorganisationen als gesetzlichen Leistungsträgern eigenständig und eigenverantwortlich wahrgenommen.

Im bodengebundenen Rettungsdienst sind dies:

  • der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB),
  • das Deutsche Rote Kreuz (DRK),
  • die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH),
  • und der Malteser-Hilfsdienst (MHD).

Daneben gibt es in Baden-Württemberg die Berg- und Wasserrettung sowie die Luftrettung.

Hilfsfrist

Die Hilfsfrist ist ein wichtiges Planungsinstrument für die Disponierung von Rettungsdienstfahrzeugen. Wie diese Frist definiert wird, ist von Land zu Land unterschiedlich und durch die jeweiligen Landesgesetze definiert.

In Baden-Württemberg sollen ab Eingang des Notrufs in der Integrierten Leitstelle des Rettungsdienstbereichs Notarzt und Rettungswagen in 95 Prozent der Notfalleinsätze in spätestens 15 Minuten am Notfallort eintreffen. Es gilt somit eine doppelte Hilfsfrist, sowohl für den Notarzt als auch den Rettungswagen. In anderen Ländern gibt es regelmäßig nur eine Hilfsfrist für den Rettungswagen, die zudem nicht so streng berechnet wird.

Hilfsfristen 2017

Hilfsfristen 2018

Rettungsfahrzeuge

Im bodengebundenen Rettungsdienst werden in Baden-Württemberg folgende Fahrzeugtypen eingesetzt:

Landesausschuss für den Rettungsdienst

Nach § 4 des Rettungsdienstgesetzes (RDG) obliegt dem Landesausschuss für den Rettungsdienst (LARD) die Beratung der wesentlichen Angelegenheiten des Rettungsdienstes. Er legt auf Landesebene allgemeine Grundsätze und einheitliche Standards sowie Maßstäbe für eine fachgerechte, leistungsfähige und wirtschaftliche Durchführung des Rettungsdienstes und für die Struktur der Benutzungsentgelte sowie für die einheitliche Dokumentation fest.

Dem Landesausschuss gehören ein Vertreter des Innenministeriums und je zehn Vertreter/innen der Leistungsträger (nach § 2 Absatz 1 RDG) sowie der Kostenträger an. Den Vorsitz hat der/die Vertreter/in des Innenministeriums. Die Vertreter/innen der Leistungs- und Kostenträger werden auf Vorschlag ihrer Landesverbände vom Innenministerium berufen. Darüber hinaus gehören dem LARD mit beratender Stimme ein Vertreter/in der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft sowie jeweils ein Vertreter der kommunalen Landesverbände an. Der Landesausschuss kann zur Vorbereitung seiner Beschlüsse Arbeitsgruppen einsetzen. Hierfür können weitere Unterarbeitsgruppen (UAG) zu verschiedenen Themen, dauerhaft oder auf bestimmte Zeit, gebildet werden.

Gesetzliche Grundlagen

Gesetzliche Grundlage für den Rettungsdienst in Baden-Württemberg ist das Rettungsdienstgesetz.

Der Rettungsdienstplan des Landes konkretisiert dieses Gesetz. Er legt die Grundzüge einer bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Versorgung der Bevölkerung mit leistungsfähigen Einrichtungen des Rettungsdienstes fest und gibt den im Rettungsdienst Tätigen einen Handlungsrahmen vor.