Polizei

Komplett neue Polizeiuniform mit Schnitthemmung

Der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl stellte die neue Uniform der Polizei Baden-Württemberg vor. Neben deutlich funktionaleren Stoffen werden Teile der Einsatzuniform fortan mit schnitthemmenden Elementen ausgestattet.

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Minister Thoma Strobl (Mitte) mit zwei Polizisen, welche die neue Polizeiuniform tragen.

Das Ziel dabei ist, Polizistinnen und Polizisten bestmöglich auszustatten und zu schützen. Denn Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und längst keine Randerscheinung mehr.

„Unsere Polizistinnen und Polizisten sind tagtäglich gefordert, nicht selten in schwierigen Einsatzlagen. Sie gehen ein persönliches Risiko ein, um uns alle zu schützen. In den letzten Jahren verzeichnen wir hier einen kontinuierlichen Anstieg der Fallzahlen. Dem müssen wir entgegentreten und da gibt es nicht die eine Maßnahme – hier sind alle gefragt. Eine ganz entscheidende ist freilich, dass wir unsere Polizistinnen und Polizisten bestmöglich ausstatten. Hier haben wir in den vergangenen Jahren schon viel auf den Weg gebracht – von der Bodycam, über Erste-Hilfe-Sets bis hin zur verbesserten Schutzausstattung. Und hier gehen wir jetzt den nächsten Schritt: Neben deutlich funktionaleren Stoffen werden Teile der Einsatzuniform fortan mit schnitthemmenden Elementen ausgestattet. Unsere Polizistinnen und Polizisten müssen Gefahren entschlossen entgegentreten können. Mit der neuen Schutzausstattung wollen wir so alles dafür tun, unsere Polizistinnen und Polizisten bestmöglich auch vor brutalsten Angriffen zu schützen“, erklärte Innenminister Thomas Strobl anlässlich der Vorstellung der neuen Uniform am 16. Februar 2026 in Stuttgart.

Neue Uniformteile aus deutlich funktionaleren Stoffen

Die aktuelle Fortentwicklung der Polizeiuniform bezieht sich auf die wichtigsten Uniformteile für den operativen Dienst. Alle neu eingeführten und überarbeiteten Uniformteile werden aus deutlich funktionaleren Stoffen, ähnlich dem Material von Wander- oder Outdoorkleidung, gefertigt. Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in Baden-Württemberg bekommen diese neuen Uniformteile:

  • Einsatzanzug
  • Softshelljacke
  • Poloshirt
  • Langarmshirt
  • Cargohose

Die weiterentwickelte Uniform soll den Beamtinnen und Beamten bei allen Wetterlagen einen hohen Tragekomfort bieten. Gleichzeitig schützt die neue Uniform auch besser vor Angriffen. Dazu hat die Polizei seit September 2024 umfassende Tragetests durchgeführt und Material und Tragekomfort auf Herz und Nieren geprüft. Die Tragetests führten – dank der Rückmeldungen der Polizistinnen und Polizisten – von ersten Modellentwürfen zu mittlerweile ausgereiften und funktionalen Uniformteilen.

Minister Thomas Strobl ergänzte: „Messer sind als Tatwerkzeug besonders tückisch. Sie sind schnell und leicht verfügbar – und extrem gefährlich. Ein ganz besonderes Augenmerk liegt deshalb auch auf dem passiven Schutz. Hierunter fallen nicht nur die Schutzweste und die Zusatzausstattung für lebensbedrohliche Einsatzlagen, sondern auch die Uniform, die tagtäglich getragen wird. Auch wenn die Anzahl der Fälle von Messerangriffen zum Nachteil von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um acht auf 47 Fälle gesunken ist, sind das für mich immer noch alarmierende Zahlen. Das sind zwar acht weniger als noch 2024, freilich genau 47 zu viel.“

Die neue Einsatzbekleidung der geschlossen Einheiten wird voraussichtlich im März ausgeliefert, die anderen Uniformteile im Herbst dieses Jahres.

Gewalt gegen Polizisten in Zahlen

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 6.299 Fälle der Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte erfasst (2024: 6.362). Das sind nahezu so viel Fälle wie beim absoluten Höchststand im Jahr 2024 (- 1,0 Prozent).

Im Jahr 2025 wurden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte 14.586-mal (2024: 14.459-mal) Opfer von Gewalt. Der kontinuierliche Anstieg der vergangenen Jahre erreicht damit im Jahr 2025 einen neuen absoluten Höchststand (plus 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Im langfristigen Vergleich seit 2016 (8.981 Opfer) steigt die Zahl der Opfer um 62,4 Prozent.

Ausgehend von 4.394 Fällen im Jahr 2016 nimmt die Anzahl der Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte in den vergangenen 10 Jahren um 43,4 Prozent zu. Das reicht beispielsweise von Beleidigungen und Bedrohungen über Widerstandsdelikte und tätliche Angriffe bis hin zu versuchten Tötungsdelikten.

Rückgang bei den verletzten Polizistinnen und Polizisten: Dabei werden 2.535 (2024: 2.784) Polizeibeamtinnen und -beamte verletzt, darunter 16 schwer (2024: 18 Opfer schwer verletzt und eines tödlich verletzt). Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Anzahl verletzter Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte um 8,9 Prozent.

Rückgang auch bei Messerangriffen auf Polizistinnen und Polizisten: Messerangriffe zum Nachteil von Polizeibeamtinnen und -beamten nehmen um 14,5 Prozent auf 47 Fälle ab (2024: 55). Dabei werden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte 117-mal (2024: 162-mal) Opfer von Gewalt. Von diesen werden 98 nicht, 9 leicht und 2 schwer verletzt (2024: 144 nicht, 16 leicht, 1 schwer und 1 tödlich verletzt). Zu 8 (2024: 0) erfassten Opfern erfolgt keine Erfassung hinsichtlich ihrer Verletzung.

Bilder der Vorstellung der neuen Polizeiuniform finden Sie in unserer Mediathek.

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