Für den Fall der Fälle

Warnung der Bevölkerung

Startbildschirm der Warn-App NINA.

Brände, Bombenfunde, Trinkwasserverunreinigungen oder andere Gefahrenlagen – die frühzeitige Warnung und schnelle Information der Bevölkerung bei Gefahren sowie die Bereitstellung entsprechender Handlungsempfehlungen sind wichtige Aufgaben der für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden in Baden-Württemberg.

Die große Herausforderung bei der Warnung der Bevölkerung besteht darin, möglichst viele Menschen in den unterschiedlichen Lebenssituationen (Arbeitsplatz, Freizeit, Familie, während Auto- und Bahnfahrten usw.) und mit unterschiedlichen Lebensgewohnheiten (nur Radiohörer, Smartphone-Nutzer usw.) mit Warnmeldungen und entsprechenden Handlungsempfehlungen zu erreichen. Vor diesem Hintergrund genügt es nicht, nur auf ein Warnmittel wie beispielsweise Sirenen oder Warn-Apps als alleiniges Mittel der Wahl zu setzen. Vielmehr ist es entscheidend, einen „Warnmix“ darauf auszurichten, möglichst viele Menschen in den unterschiedlichsten Lebenskontexten zu erreichen.

Baden-Württemberg setzt deshalb zur amtlichen Warnung der Bevölkerung vor Gefahrensituationen seit Oktober 2016 landesweit auf das im gesamten Bundesgebiet verfügbare satellitengestütztemodulare Warnsystem MoWaS. Über MoWaS können mit einer einzigen Eingabe verschiedenste Warnmedien und Multiplikatoren angesteuert werden. Derzeit sind an MoWaS die Warn-Apps NINA, KATWARN und BIWAPP, einige regionale Warn-Apps, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Zeitungsredaktionen und Onlinedienste, digitale Stadtinformationstafeln sowie Verkehrsunternehmen angeschlossen. In Zukunft sollen auch Sirenen und der Warnkanal Cell Broadcast an MoWaS angeschlossen werden.

Nutzung von MoWaS durch Kommunen

Die Zahl der Warnmeldungen, die in den vergangenen Jahren über MoWaS herausgegeben wurde, ist kontinuierlich gestiegen. Allein im Jahr 2021 haben Behörden von Gemeinden, Städten, Landkreisen und Land insgesamt 222 Warnmeldungen über das modulare Warnsystem versendet. Der überwiegende Teil der Warnmeldungen wurde dabei von der kommunalen Ebene herausgegeben.

Wenn eine Gefahr für die Bevölkerung besteht, können die für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden die Bevölkerung über MoWaS warnen und den Bürgerinnen und Bürgern entsprechende Handlungsempfehlungen geben. So können insbesondere die Kommunen in Baden-Württemberg in einer Gefahrensituation eine Warnung über MoWaS herausgeben.

Für die Anforderung der Herausgabe einer Warnmeldung über MoWaS gibt es festgelegte Meldewege. Verantwortlich für die Festlegung der Warnstufe, den Inhalt und den Wortlaut von Warnmeldungen sind jeweils die für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden.

Warn-App NINA

Mit der kostenlosen Warn-App NINA erhalten Sie rund um die Uhr schnelle und gesicherte Informationen über Gefahrenlagen per Push-Benachrichtigung. Auch Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der Hochwasservorhersagezentralen können über NINA bezogen werden. Sie können mit der App bestimmte Orte auswählen, für die Sie Warnungen erhalten möchten, und auch für Ihren jeweils aktuellen Standort Warnmeldungen empfangen. Darüber hinaus bietet NINA auch Empfehlungen für das richtige Verhalten in Gefahrensituationen. NINA – die „Sirene für die Hosentasche“ – ist die Warn-App, die flächendeckend in ganz Baden-Württemberg von den zuständigen Behörden der Gemeinden, Städte, Kreise und des Landes zur amtlichen Warnung eingesetzt wird.

Rundfunk- und Fernsehen

Rundfunk- und Fernsehsender sind bei der Verbreitung von Warnmeldungen wichtige Warnmittel. Damit Sie auch bei einem Stromausfall bei Bedarf notwendige Informationen erhalten, sollten Sie ein batteriebetriebenes Radio und passende Ersatzbatterien zu Hause haben. Sie können auch Ihr Autoradio nutzen, dieses funktioniert, so lange Ihre Autobatterie Strom liefert. Damit sind Sie von der öffentlichen Stromversorgung unabhängig. Auf der Seite Tipps zur Notfallvorsorge haben wir ausführliche Informationen für Sie zusammengestellt.

Cell Broadcast

Zukünftig soll auch Cell Broadcast an das Modulare Warnsystem angeschlossen werden. Bei Cell Broadcast handelt es sich um einen Dienst zum Versenden von Nachrichten an alle Nutzerinnen und Nutzer, deren Mobilfunkendgeräte sich in einem bestimmten Abschnitt des Mobilfunknetzes, einer sogenannten Funkzelle, eingebucht haben. Findet ein Gefahrenereignis statt, kann allen Personen innerhalb der betroffenen Funkzelle eine Warnmeldung in Form einer Cell Broadcast-Nachricht übersendet werden.

Die Einführung von Cell Broadcast erfolgt durch den Bund. Nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe soll der Testbetrieb für Cell Broadcast beim bundesweiten Warntag am 8. Dezember 2022 starten.

Sirenen

Bis Anfang der 1990er Jahre gab es ein flächendeckendes Sirenennetz des Bundes, mit dem die Bevölkerung vor möglichen Luftangriffen gewarnt werden sollte. Nach dem Ende des Kalten Krieges gab der Bund dieses Sirenennetz samt der dazu gehörenden Warninfrastruktur, wie beispielsweise den Warnämtern, auf und bot die Sirenen den Kommunen zur Übernahme an.

Verschiedene Gemeinden und Städte im Land haben damals von diesem Übernahmeangebot Gebrauch gemacht. Die Kommunen, die sich in Baden-Württemberg zur Übernahme entschlossen hatten, nutzten die Sirenen häufig insbesondere zur Alarmierung der Feuerwehr. Aufgrund der immer stärkeren Nutzung der „stillen Alarmierung“ der Einsatzkräfte durch Meldeempfänger wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten vielerorts bei den Kommunen Sirenen abgebaut. Andere Kommunen haben in den vergangenen Jahren neue Sirenennetze und -anlagen errichtet.

Sirenen sind nach wie vor ein etabliertes Warnmittel mit Weckeffekt. Sie sind vor allem dort sinnvoll, wo die Bevölkerung aufgrund eines besonderen Gefahrenpotentials sehr schnell gewarnt werden muss. Wichtig ist, die Nutzung von Sirenen in ein Gesamtkonzept „Warnung“ einzubinden. Sirenen können die Menschen mit einem akustischen Signal nur auf eine Gefahrenlage aufmerksam machen. Konkrete Informationen zur Gefahrenlage sowie die darauf abgestimmten Handlungsempfehlungen müssen den betroffenen Bürgerinnen und Bürger von anderen Warnmedien wie Radio, Fernsehen, Warn-Apps oder Internetseiten übermittelt werden.

Die Nutzung von Sirenen ist also keine Entweder/Oder-Entscheidung, sondern ein „sowohl als auch“ im Rahmen des „Warnmix“.

Ob Kommunen Sirenen zur Warnung der Bevölkerung einsetzen, entscheiden diese in eigener Zuständigkeit auf der Basis ihrer örtlichen Gegebenheiten und des Risikopotentials im Rahmen ihrer gemeindlichen Alarm- und Einsatzplanung. Ob in Ihrem Heimatort Sirenen zur Warnung der Bevölkerung eingesetzt werden, erfahren Sie von Ihrer Gemeindeverwaltung.

Sirenenförderprogramm

Um die Warnung der Bevölkerung in Deutschland zu stärken, stellt der Bund im Rahmen des Konjunktur- und Krisenbewältigungspaketes 2020 bis 2022 Mittel für die Förderung der Sireneninfrastruktur und die Einbindung in das Modulare Warnsystem (MoWaS) in den Jahren 2021 und 2022 bereit. Weitere Informationen sowie die Förderrichtlinie des Innenministeriums zum Sirenenförderprogramm finden Sie auf der Seite Sirenenförderprogramm.

Grafik mit Warn-Mix.

Sirenensignale zur Warnung der Bevölkerung

Erfolgt die Warnung mittels Sirenen, sind zwei Aspekte von besonderer Bedeutung. Einerseits ist es wichtig, dass die Menschen unabhängig von Ihrem Aufenthaltsort in Deutschland durch gleiche Sirenensignale gewarnt und entwarnt werden. Außerdem muss gewährleistet sein, dass die mit den Sirenensignalen verbundenen grundlegenden Handlungsempfehlungen bundesweit einheitlich sind. Daher gelten für die Warnung und Entwarnung bundesweit nachfolgende Sirenensignale. Die Sirenen können in Ihrem Heimatort zum Beispiel auch zur Alarmierung der Feuerwehr eingesetzt werden. Informationen hierzu erhalten Sie von ihrer Gemeindeverwaltung.

Bevölkerungswarnung

1-minütiger Heulton

Audiobeispiel Heulton
Bedeutung In dem Gebiet besteht eine unmittelbare Gefahr oder diese ist in Kürze zu erwarten.
Handlungsempfehlungen Nutzen Sie alle möglichen Informationsmedien für weitere Hinweise.
Folgen Sie den amtlichen Anweisungen.
Entwarnung

1-minütiger Dauerton

Audiobeispiel Dauerton
Bedeutung Es besteht keine akute Gefahr mehr.
Handlungsempfehlungen Nutzen Sie alle möglichen Informationsmedien, um weitere Hinweise zu erhalten.

Bundesweiter Warntag

Bund und Länder haben im Rahmen der Innenministerkonferenz 2019 gemeinsam beschlossen, ab dem Jahr 2020 jährlich einen bundesweiten Warntag stattfinden zu lassen. Der erste bundesweite Warntag fand am 10. September 2020 statt.

Ziel des bundesweiten Warntags ist es, neben der technischen Erprobung der Warninfrastruktur, die Menschen für das Thema Warnung und für die unterschiedlichen Warnkanäle zu sensibilisieren. Der Warntag verfolgt zugleich das Ziel, der Bevölkerung notwendiges Wissen zum Umgang mit Warnmeldungen und den darin enthaltenen Handlungsempfehlungen zu vermitteln. Denn nur wer weiß wie gewarnt wird und was zu tun ist, kann sich und andere im Ernstfall bestmöglich schützen.

Nächster Bundesweiter Warntag

Der zweite bundesweite Warntag findet am 8. Dezember 2022 statt. Neben der durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zentral ausgelösten Probewarnung über das Modulare Warnsystem haben die Kommunen die Möglichkeit, ihre lokalen Warnmittel, wie zum Beispiel Lautsprecherwagen oder Sirenen zu testen. Nach Angaben des BBK soll beim bundesweiten Warntag am 8. Dezember 2022 der Testbetrieb für den Warnkanal Cell Broadcast eingeleitet werden.

Ausführliche Informationen zum bundesweiten Warntag finden Sie unter www.bundesweiter-warntag.de.

Sonderinformationsdienst

Mit dem Sonderinformationsdienst der Landesregierung verfügt Baden-Württemberg über ein spezielles, ressortübergreifendes Internetangebot, in dem Sie in einem Katastrophenfall oder bei einem größeren Schadenereignis in Baden-Württemberg Informationen finden. Je nach Bedarf werden Informationen wie Lageberichte, Pressemitteilungen, Warnungen, Aufrufe, Fahndungsmeldungen, Vermisstenmeldungen, Verhaltensempfehlungen, Hintergrundinformationen sowie Ansprechpartner für Angehörige und Betroffene eingestellt. Die Internetseiten sind auf sehr leistungsfähigen und weitgehend ausfallsicheren Servern gespeichert.

Medienpaket Warnung der Bevölkerung:

Anzeige - Warnung der Bevölkerung (PDF)

Anzeige - Warnung der Bevölkerung (Druckversion)

Flyer - Warnung der Bevölkerung (PDF)

Flyer - Warnung der Bevölkerung (Druckversion)

Poster - Warnung der Bevölkerung (PDF)

Poster - Warnung der Bevölkerung (Druckversion)

Weitere Informationen:

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

Informationen des BBK zur Warn-App NINA

Warnungen des Deutschen Wetterdienstes

Sonderinformationsdienst der Landesregierung

Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg

Landeserdbebendienst Baden-Württemberg

Kernreaktorfernüberwachung