Rettungsdienst

Für Sie im Einsatz

Rettungsdienst in Baden-Württemberg

  • Minister Thomas Strobl und StS Martin Jäger im Gespräch mit Rettungssanitätern. Bild Chaperon.

Aufgaben des Rettungsdienstes sind die medizinische Notfallrettung und der Krankentransport.

Bei der Notfallrettung werden lebenserhaltende rettungsdienstliche Maßnahmen und medizinische Maßnahmen zur Vermeidung gesundheitlicher Schäden unmittelbar am Notfallort eingeleitet. Die Patienten werden anschließend transportfähig gemacht und unter fachgerechter Betreuung in eine für die weitere Versorgung geeignete Einrichtung transportiert. In der Regel ist dies die nächstgelegene Klinik.

Aufgabe des Krankentransports ist es, anderen Kranken, Verletzten oder sonst Hilfebedürftigen nötigenfalls Erste Hilfe zu leisten und sie unter fachgerechter Betreuung zu befördern.

Anspruch des Rettungsdienstes ist, den Bürgerinnen und Bürgern in den jeweiligen Notsituationen entsprechend dem Stand der Medizin und Technik bestmöglich zu helfen. Um die daraus resultierenden Herausforderungen landesweit zu meistern, stehen 34 Leitstellen, rund 150 Notarztstandorte, und 250 Rettungswachen mit über 900 Rettungsfahrzeugen und rund 4.000 Rettungskräften, insbesondere Rettungsassistentinnen/Rettungsassistenten und Rettungssanitäterinnen/ Rettungssanitäter an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung. Außerdem werden an den Wasser- und Bergrettungswachen neben Einsatzfahrzeugen und- booten vielfach auch sonstige Spezialausrüstungen sowie an den 8 Luftrettungsstandorten entsprechend Rettungshubschrauber und Intensivtransporthubschrauber vorgehalten. Baden-Württemberg verfügt damit über ein leistungsfähiges Hilfesystem, das jährlich über 2 Millionen Einsätze bewältigt. Alle zwanzig Sekunden muss ein neuer Rettungseinsatz begonnen werden.

Organisation des Rettungsdienstes in Baden Württemberg

Der Rettungsdienst wird von den Rettungsdienstorganisationen als gesetzlichen Leistungsträgern eigenständig und eigenverantwortlich wahrgenommen. Dies sind:

  • im bodengebundenen Rettungsdienst:
    - der Arbeiter-Samariter-Bund,
    - das Deutsche Rote Kreuz
    - die Johanniter-Unfall-Hilfe und
    - der Malteser-Hilfsdienst.
  • in der Berg- und Wasserrettung:
    - die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft,
    - die Bergwacht-Schwarzwald und.
    - die DRK-Bergwacht Württemberg.
  • in der Luftrettung (insbesondere):
    - ADAC-Luftrettung und
    - die DRF Stiftung Luftrettung.

Neben diesen Leistungsträgern sind insbesondere im Krankentransport auch andere private Leistungserbringer tätig.

Die Einsatzlenkung und -koordination liegt bei der jeweils zuständigen Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Leitstelle entscheidet je nach Unfall- oder Krankheitsbild, welches Rettungsmittel zum Einsatz kommt. Das Wohl des Patienten steht hierbei an erster Stelle. Sofern es der Zustand des Patienten erfordert, wird ein Notarzt eingesetzt.

Das Land Baden-Württemberg ist in 34 Rettungsdienstbereiche eingeteilt, deren Zuständigkeitsbereiche sich überwiegend mit den politischen Kreisgrenzen decken. Maßgebliches Organisations- und Planungsorgan für den Rettungsdienst ist in den Rettungsdienstbereichen der Bereichsausschuss. Dem Bereichsausschuss obliegt die planerische Sicherstellung der rettungsdienstlichen und notärztlichen Versorgung.

Hierzu ist vom Bereichsausschuss ein Bereichsplan aufstellen und regelmäßig anzupassen. Im Bereichsplan sind insbesondere die Anzahl und die Standorte der Rettungswachen für die Notfallrettung festzulegen. Des Weiteren werden die für die notärztliche Versorgung erforderlichen Vorhaltungen bestimmt, einschließlich der personellen und sächlichen Ausstattung.

Finanziert wird der Rettungsdienst überwiegend aus Benutzungsentgelten, welche in der Selbstverwaltung zwischen den Krankenversicherungen und den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern als Kostenträger und den Leistungserbringern vereinbart werden. In der Notfallrettung gewährt das Land vor allem Zuschüsse zum Bau von Rettungswachen und für die Beschaffung von Rettungsmitteln mit dem Ziel, die Benutzungsentgelte sozial tragbar zu gestalten.

Gesetzliche Grundlage für den Rettungsdienst in Baden-Württemberg ist das Rettungsdienstgesetz in der Fassung vom 8. Februar 2010. Der Rettungsdienstplan des Landes konkretisiert dieses Gesetz. Er legt die Grundzüge einer bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Versorgung der Bevölkerung mit leistungsfähigen Einrichtungen des Rettungsdienstes fest und gibt den im Rettungsdienst Tätigen den Handlungsrahmen vor.

Rettungsmittel

Im bodengebundenen Rettungsdienst werden in Baden-Württemberg fünf Fahrzeugtypen eingesetzt:

Das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)
Mit dem NEF rücken der Notarzt und ein Rettungsassistent an die Einsatzstelle aus. Der Rettungsassistent unterstützt den Notarzt und ist Fahrer.
An der Einsatzstelle kommt zum NEF in der Regel ein Rettungswagen (RTW) hinzu. Diese Form des Notarztdienstes wird als Rendezvous-System bezeichnet. Gemein-sam bilden sie ein Team zur umfassenden medizinischen Versorgung und anschließenden Transport von Notfallpatienten.

Der Rettungswagen (RTW)
Der RTW kommt bei allen Notfalleinsätzen zum Einsatz. Die Besatzung und die Ausstattung ermöglichen eine qualifizierte und umfassende rettungsdienstliche Versorgung an der Einsatzstelle und einen sicheren betreuten Transport.
Die Besatzung eines RTW besteht aus einer Rettungsassistentin/einem Rettungsassistenten und einer Fahrerin/einem Fahrer, die/der über die Qualifikation als Rettungssanitäterin/Rettungssanitäter verfügen soll. Künftig wird die Rettungsassistentin/der Rettungsassistent durch den neuen Beruf der Notfallsanitäterin/des Notfallsanitäters abgelöst

Der Krankentransportwagen (KTW)
KTW werden i.d.R. für nicht akute Transporte von verletzten oder erkrankten Personen eingesetzt, die während der Fahrt betreut werden müssen.
Entsprechend den Vorgaben muss 1 Person der Besatzung eines KTW mindestens über die Qualifikation als Rettungssanitäterin/ als Rettungssanitäter verfügen.

Der Intensivtransportwagen (ITW)
Der Verlegungstransport intensivpflichtiger Patienten von einer Klinik zu einer anderen wird von Intensiv-transportwagen (ITW) sichergestellt. In Baden-Württemberg besteht ein ITW-System mit ITWs an den Standorten Freiburg, Mannheim, Stuttgart und Ulm. Im Rahmen einer Erweiterung des ITW-Systems soll zusätzlich ein ITW am Standort Ludwigsburg stationiert werden

Der Schwerlast-Rettungswagen
Für adipöse Patienten ist ein Adipositas-System mit speziellen Schwerlast-Rettungswagen im Aufbau. Neben der größeren Tragfähigkeit und mehr Platz für Patientinnen und Patienten  bieten diese RTW auch mehr Bewegungsfläche für die Besatzung des Fahrzeuges. So können auch Patienten mit größerem Körperumfang während des Transports hochwertig betreut werden.


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