Pressemitteilung

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  • 08.03.2017

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen informiert sich über den Verlauf der ersten gemeinsamen Übung zwischen Polizei und Bundeswehr „GETEX“

  • Bundesverteidigungsministerin von der Leyen mit Innenminister Thomas Strobl und Staatssekretär Martin Jäger im Rahmen der gemeinsamen Übung von Bundeswehr und Polizei im Lagezentrum des Landes Baden-Württemberg

„Das ist ein historischer Moment. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik üben wir derzeit das Zusammenspiel von Polizei und Bundeswehr zur Terrorabwehr. Ich habe das schon lange vorgeschlagen und bin sehr froh, dass es nun diese Übung gibt. Wir wollen bestmöglich vorbereitet sein für eine Lage, die hoffentlich niemals eintritt“, so der Stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, Thomas Strobl, heute in Stuttgart. Er dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die sich am heutigen Mittwoch im Lagezentrum der Landesregierung über den Verlauf der Übung in Baden-Württemberg informierte und vom Innenmister herzlich im baden-württembergischen Innenministerium empfangen wurde.

Vom 07. bis zum 09. März 2017 führen Polizeien von Bund und Ländern mit der Bundeswehr erstmals eine gemeinsame Übung zur Terrorabwehr durch. An dem „Gemeinsamen Terrorismusabwehr-Exercise“, kurz „GETEX“, nehmen neben Baden-Württemberg noch die Bundesländer Bayern, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein teil. Baden-Württemberg ist im Rahmen der konkreten bundesweiten Bedrohungslage bei der Übung von Anschlägen auf die Trinkwasserversorgung und einer Geiselnahme in einem Konsulat betroffen.

„In diesen schwierigen Zeiten müssen wir für Stabilität und das größtmögliche Maß an Sicherheit sorgen. Wir müssen uns damit befassen, dass wir von einer länderübergreifenden, großflächigen, auch länger andauernder Terrorlage katastrophalen Ausmaßes getroffen werden könnten. Darauf müssen wir unsere Sicherheitspolitik ausrichten. Nur wenn wir das Undenkbare denken, können wir uns bestmöglich vorbereiten“, so Innenminister Thomas Strobl.

„Das Krisenszenario in Baden-Württemberg hat freilich jetzt schon gezeigt: Unsere Polizei und der Bevölkerungsschutz sind hervorragend aufgestellt. Und trotzdem können wir in eine Lage kommen, in der unsere Polizei auf die Unterstützung der Bundeswehr angewiesen sein wird. Der Schutz kritischer Infrastrukturen – wie hier der Schutz vor einem Angriff auf die Trinkwasserversorgung – ist sehr personalintensiv; in diesem Fall war die Polizei auf die Unterstützung der Bundeswehr beim Objektschutz, bei Sicherungs- und Überwachungsaufgaben dringend angewiesen. Dazu kommt: Die Soldaten der Bundeswehr sind gerade für bestimmte Tätigkeiten und bestimmte Lagen bestens ausgebildet. Das ist ja gerade mit ein Grund, die Bundeswehr hinzuzuziehen. Bei der Geiselnahme in einem Konsulat kamen militärische Waffen zum Einsatz, Sprengfallen mussten entschärft und Verletzte mit gepanzerten Fahrzeugen aus verminten Räumen gerettet werden. Nur die Bundeswehr verfügt über die hierzu notwendigen Möglichkeiten und Mittel“, so Innenminister Strobl.

Es sei gerade die Verantwortung und erste Pflicht des Staates, alles Notwendige für ein Höchstmaß an Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu tun. „Wir haben zur Terrorismusabwehr ein ausdifferenziertes System an Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene. Die letzten zwei Tage zeigen: Gerade dieses Zusammenspiel zwischen Bund und Ländern ist ganz wichtig. Wir müssen es üben und wir müssen dann alles dafür tun, um unsere Sicherheitsbehörden bestmöglich zu vernetzen und zu organisieren“, so Thomas Strobl.

„Unter Federführung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wird die Übung jetzt zusammen mit allen Übungsteilnehmern sorgfältig ausgewertet. Auch wir in Baden-Württemberg werden die Übung im Nachgang genau analysieren, um landesspezifischen Handlungsbedarf abzuleiten“, so Innenminister Thomas Strobl.

„Gut, dass Baden-Württemberg dabei war. Unsere Polizei hat wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Nicht zuletzt bedanke ich mich bei Ministerpräsident Winfried Kretschmann und unserem Koalitionspartner, ohne deren Zustimmung die Übung in Baden-Württemberg nicht hätte durchgeführt werden können“, so der Innenminister.

Hinweis für Bild- und Filmmaterial:
Bild- und Filmmaterial steht Ihnen zum Download unter folgendem Linkt zur Verfügung: www.Goo.gl/sCS7Rm

Sie können dieses unter Verweis auf das Innenministerium verwenden.
 
Steckbrief zu „Getex“

Die Übung ist eine strategische länder- und bereichsübergreifende Stabsrahmenübung. Im Rahmen der Übung wird das Zusammenspiel zwischen Polizei auf Landes- und Bundesebene und der Bundeswehr überprüft. Dabei geht es vorrangig um Entscheidungs- und Kommunikationswege. Bei der Übung soll also das strategische Krisenmanagement zwischen der Polizei von Bund und Ländern und der Bundeswehr bei terroristischen Großschadenslagen überprüft werden. Dabei geht es u.a. um:

  • die Überprüfung der Verfahrens- und Kommunikationswege auf Bundes-ebene, in den Geschäftsbereichen des Bundesministeriums des Innern und des Bundesministeriums der Verteidigung sowie zwischen Bund und Ländern,
  • die Optimierung des Zusammenspiels von Bund und Ländern im Rahmen der Amtshilfe sowie bei der Anforderung von Unterstützungskräften, sei es aus anderen Ländern, von der Bundespolizei (BPOL) oder der Bundeswehr,
  • die Festlegung von Verfahren für die Einbindung der Bundeswehr in die Struktur des Krisenmanagements und der Verwaltungsstäbe der Länder.

Aufbau der Übung:
An einem ersten Tag wurden die strategische und kommunikative Zusammenarbeit zwischen dem Krisenstab des BMI und den Krisenstäben der jeweils beteiligten Länder geübt. Am zweiten Tag ging es um das Zusammenspiel zwischen den polizeilichen Führungsstrukturen in den Ländern mit den Kommandos der Bundeswehr, also der Zusammenarbeit polizeilicher und militärischer Führungsstrukturen.

Federführung auf Bundesebene: das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg)

Leitung der länder- und behördenübergreifenden Projektgruppe: das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Ebenfalls übungsbeteiligt: nachgeordnete Bundesbehörden in den genannten Geschäftsbereichen. Für den Geschäftsbereich des BMI werden das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei und das Bundesamt für Verfassungsschutz an der Übung mitwirken. Für den Geschäftsbereich BMVg nehmen das Kommando Streitkräftebasis, das Kommando Territoriale Aufgaben und die Landeskommandos der aktiv teilnehmenden Bundesländer teil.

Teilnehmende Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein.

Aus Baden-Württemberg beteiligen sich neben dem Führungsstab der Polizei und dem Verwaltungsstab im Innenministerium noch die Stäbe des Polizeipräsidiums Stuttgart und Karlsruhe sowie die landesweite Kräftekoordination des Polizeipräsidiums Einsatz und eine Führungsgruppe des LKA Baden-Württemberg. Im Innenministerium haben zwölf Mitarbeiter die Übung vorbereitet, ca. 150 in der Spitze landesweit mitgeübt.

Szenario Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg haben sich aufgrund nachrichtendienstlicher Erkenntnis-se Hinweise auf mögliche Anschläge verdichtet, insbesondere die Trinkwasserversorgung ist betroffen. Dabei wird es auch zu einer Geiselnahme in einem Konsulat kommen.


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