Aufnahme Spätaussiedler

Deutsche Minderheiten

Spätaussiedler

  • Trachtenzug am Heimattag. Quelle: Petra Reiner

Spätaussiedler sind Angehörige deutscher Minderheiten aus den Staaten Ost- und Südosteuropas. Sie sind Deutsche im Sinne von Artikel 16 des Grundgesetzes und erwerben mit der Ausstellung der Spätaussiedlerbescheinigung die deutsche Staatsbürgerschaft.

Aufnahme

Die Aufnahme von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern ist im Bundesvertriebenengesetz geregelt. Sie müssen vor ihrer Ausreise nach Deutschland noch vom Herkunftsgebiet aus ein förmliches Aufnahmeverfahren beim Bundesverwaltungsamt durchführen. Das Bundesverwaltungsamt prüft, ob die gesetzlichen Voraussetzungen tatsächlich erfüllt sind, und erteilt dann den Aufnahmebescheid. Nach ihrem Eintreffen im Bundesgebiet werden die Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie ihre Familienangehörigen in der Außenstelle Friedland des Bundesverwaltungsamtes, der einzigen Aufnahmeeinrichtung des Bundes, registriert und auf die einzelnen Bundesländer verteilt.

Das landesinterne Verfahren zur Aufnahme, Verteilung, Unterbringung und Eingliederung der dem Land Baden-Württemberg zugeteilten Personen ist im Gesetz über die Eingliederung von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern (Eingliederungsgesetz) geregelt.

Antragsverfahren

Die Aufnahme von Personen, die wegen ihrer deutschen Volkszugehörigkeit auch heute noch von den Folgen des Zweiten Weltkrieges und seinen Nachwirkungen betroffen sind, ist im Bundesvertriebenengesetz geregelt. Bevor diese Angehörigen deutscher Minderheiten nach Deutschland einreisen können, wird geprüft, ob die Voraussetzungen als Spätaussiedler erfüllt sind. Dazu gehört unter anderem ein Sprachtest.

Die Antragstellung und die Ablegung des Sprachtests erfolgen noch im Aussiedlungsgebiet bei den dortigen deutschen Auslandsvertretungen. Mit dem dann vom Bundesverwaltungsamt erteilten Aufnahmebescheid ist die Ausreise nach Deutschland möglich.

Aufnahme und Unterbringung

Nach der Einreise ist die Erstaufnahmeeinrichtung des Bundes in Friedland die erste Anlaufstelle. Von dort erfolgt die Verteilung auf die Bundesländer.

Die nach Baden-Württemberg verteilten Spätaussiedler werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe auf der Grundlage des Eingliederungsgesetzes unmittelbar einem Stadt- oder Landkreis zur Aufnahme und Unterbringung zugeteilt. Dabei werden verwandtschaftliche Beziehungen und die Möglichkeiten der beruflichen, sozialen und kulturellen Eingliederung berücksichtigt. Durch die gleichmäßige Verteilung wird den Spätaussiedlern die Eingliederung in Berufsleben und Gesellschaft erleichtert.

Die Unterbringung in den Stadt- und Landkreisen erfolgt, soweit erforderlich, in staatlichen Übergangswohnheimen.

Statistik: Aufnahme von Aussiedlern / Spätaussiedlern in Baden-Württemberg (PDF)


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