Breitbandausbau

Schnelles Internet

Breitbandversorgung im Ländlichen Raum stärken

  • Minister Thomas Strobl bei einem Spatenstich für den Breitbandausbau im Landkreis Calw.

Der flächendeckende Ausbau zukunftsfester Breitband-Netze zählt zu den zentralen Aufgaben unserer Zeit. Schnelles Internet ist inzwischen für Land und Leute notwendig, um am Welt- und Marktgeschehen teilhaben zu können.

Schnelle und flächendeckende Breitband-Netze sind die Voraussetzung für neue Geschäftsideen, wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Entwicklung, für neue Lehr- und Lernformen.
Seit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes durch die Europäische Union ist es grundsätzlich Aufgabe der Telekommunikationsunternehmen und damit der Privatwirtschaft, die Versorgung mit Breitband sicherzustellen.

Die Landesregierung unterstützt die Kommunen dort, wo sich für private Unternehmen der Ausbau der Netzinfrastruktur nicht lohnt. Dies ist besonders in Gemeinden mit geringer Einwohnerdichte und Zentralität der Siedlungen der Fall. Im Jahr 2016 wurden drei Viertel aller Förderanträge von Kommunen im Ländlichen Raum gestellt.

Mit unserer Breitbandpolitik richten wir den Blick in die Zukunft, denn der Datenbedarf wächst und das Volumen der ausgetauschten Daten steigt rasant an. Echtzeitanwendungen wie zum Beispiel in der Medizin oder bei der Energiesteuerung stellen hohe Anforderungen an die Qualität der Netze in Bezug auf Zuverlässigkeit, Schnelligkeit, Sicherheit, Reaktionsvermögen und Symmetrie.

Wie viel Bandbreite brauchen wir?

  • Zunächst ein Wort zur Maßeinheit Mbit/s: Mbit/s ist die Abkürzung für Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und gibt die Datenübertragungsgeschwindigkeit an. Diese sagt aus, wie viel Millionen Bits pro Sekunde übertragen werden. Die nächsthöheren Datenraten sind Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) und Terabit pro Sekunde (Tbit/s).


    Und wie lange dauert das Hochladen?

    Das Hochladen oder Versenden von 400 Urlaubsbildern mit je 1 Megabyte Datengröße dauert bei einer Upload-Übertragungsrate von 1 Mbit/s über 53 Minuten, bei 10 Mbit/s sind die Daten bereits nach 5 Minuten beim Empfänger, bei 50 Mbit/s schon nach 1 Minute.
    Noch deutlicher wird die Bedeutung der Upload-Zeit beispielsweise beim Hochladen einer DVD mit einer Datengröße von 5 Gigabyte: Bei einer Upload-Übertragungsrate von 2 Mbit/s dauert das Hochladen 5 Stunden, hingegen bei 10 Mbit/s erreichen die Daten nach gut einer Stunde den Empfänger, mit einer Glasfaserleitung und einem Upload-Vermögen von 50 Mbit/s reduziert sich die Datenübertragung auf 12 Minuten.

     

Breitbandversorgung in Baden-Württemberg

  • Baden-Württemberg liegt bei der Breitbandversorgung bundesweit mit an der Spitze:
    99 % aller Haushalte sind mit einer Übertragungsrate von mindestens 2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) versorgt.

    Fast drei Viertel aller baden-württembergischen Haushalte, nämlich 73 %, haben die Möglichkeit, Hochgeschwindigkeitsnetze mit 50 Megabit pro Sekunde oder mehr zu nutzen.

    Knapp 68 % der baden-württembergischen Haushalte verfügen über schnelles Internet mit einem Breitbandanschluss von mindestens 100 Mbit/s und mehr im Download. Damit rangiert Baden-Württemberg auf Platz 3 der Flächenländer, knapp hinter Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen.

Breitbandförderung in Baden-Württemberg

  • Breitbandausbau ist eine strukturpolitische Herausforderung. 

    Die Landesregierung sieht den Breitbandausbau und dessen Förderung als wichtige strukturpolitische Herausforderung. Deshalb ist Baden-Württemberg eines der wenigen Bundesländer, das mit eigenen Haushaltsmitteln ein Förderprogramm für den kommunalen Breitband-Ausbau finanziert.

    Die jetzige Landesregierung hat in knapp 8 Monaten, nämlich von Mai bis Dezember 2016, 329 Breitband-Projekte in Höhe von rund 87,5 Millionen Euro gefördert.

    Seit Beginn der Breitbandförderung in Baden-Württemberg im Jahr 2008 bis Mai 2016 wurden 1.186 Anträge mit einem Gesamtfördervolumen von rund 107 Mio. Euro bewilligt.

    Der Vergleich der Fördersummen zeigt: Viele Kommunen verlassen in ihren Breitbandprojekten die Planungsphase und steigen aktiv in den Bau von Breitband-Netzen ein. Der Ausbau von Breitband-Netzen hat Hochkonjunktur: In drei von vier Anträgen unterstützte das Land im Jahr 2016 die Kommunen beim Ausbau der passiven Infrastruktur.

    Damit Baden-Württemberg auch künftig als attraktiver Lebens- und Wirtschaftraum erlebbar ist, investiert die Landesregierung im Jahr 2017 rund 134 Millionen Euro an Haushaltsmitteln in den Zukunftsbereich Breitband. Seit Beginn der Breitbandförderung in Baden-Württemberg bis heute hat das Land in 1030 Gemeinden die Breitband-Projekte finanziell unterstützt.

Die Rolle der Kommunen

  • Baden-Württemberg braucht schnelles Internet in der Fläche. Dieses Ziel erreichen wir nur in einer gemeinsamen Anstrengung von Wirtschaft, Land und Kommunen. Sorgt kein privates Telekommunikationsunternehmen für eine Mindestbreitbandversorgung, sind die Gemeinden und Landkreise Impulsgeber für eine leistungsfähige Breitband-Infrastruktur: Sie schließen sich regional zusammen, planen und bauen überörtliche und flächendeckende Netze mit Glasfaser, wo möglich bis ans Haus.

    Inzwischen engagieren sich 30 Landkreise mit über 870 Mitgliedskommunen in kreisweiten Backbone-Planungen beim kommunalen Breitbandausbau.

    Kommunale Breitband-Netze
    Kommunale Netze werden nach dem räumlichen und technologischen Bedarf der jeweiligen Gemeinde geplant.

    Die Planungen mit Glasfaser sind bis ans Haus und somit auf die Zukunft ausgelegt. Der Ausbau erfolgt schrittweise. Jede Kommune entscheidet über die Geschwindigkeit des Ausbaus und die Qualität des Breitbandnetzes. Dabei koordinieren die Städte und Gemeinden ihre infrastrukturellen Baumaßnahmen, z.B. die Tiefbaumaßnahmen zur Versorgung mit Gas, Wasser oder Strom, mit der Verlegung der Kabelschutzrohre für die Breitbandversorgung. 50 % aller Anträge im Jahr 2016 waren inner- und überörtliche Mitverlegungen.

    Die Netzinfrastruktur bleibt im Eigentum der öffentlichen Hand. Alle Anbieter von Diensten können diese nutzen. Der offene Zugang (Open Access) garantiert auch in Zukunft einen funktionierenden Wettbewerb.

    Die Städte und Gemeinden können ihre Anfangsinvestitionen durch die Vermietung ihrer Netze refinanzieren. Die hohe Energieeffizienz von Glasfaser senkt die Stromkosten des betriebenen Netzes - ein nicht unwesentlicher Faktor für unsere Umwelt und im kommunalen Finanzhaushalt. Überhaupt wird sich für Kommunen ihr Engagement für zukunftsfeste Breitbandnetze rechnen: „Digitale“ Kommunen ziehen neue Einwohner an und sind für Ansiedlungen von Unternehmen attraktiv, was sich positiv auf das Gewerbeaufkommen auswirkt.

    Die Landesregierung unterstützt und fördert Gemeinden, Kommunen und Kreise bei

    • Glasfaserbasierte Planung des Backbone-Netzes und der Gemeindenetze
    • der Verlegung von Kabelschutzrohren ohne und mit Einzug von Kupfer- oder Glasfaserleitungen,
    • dem nachträglichen Glasfasereinzug in bestehende Kabelschutzrohre,
    • der interkommunalen Zusammenarbeit,
    • der Anbindung von Schulen und Gewerbe an die Glasfaser, 
    • alternativen Methoden, wie beispielsweise bei der Verlegung von Kabelschutzrohren, im Abwasserkanal oder mit Micro-/ Minitrenching,
    • der Pacht von Leitungen oder der Mitnutzung von Infrastrukturen der Bahn,
    • der Koordinierung des Breitbandausbaus mit sonstigen öffentlichen Bauvorhaben,
    • Modellprojekten.

Infrastrukturziel der Landesregierung

  • Überall schnelles Internet: Baden-Württemberg soll flächendeckend schnell im Internet unterwegs sein.

    Die Breitband-Politik der Landesregierung zielt darauf ab, möglichst allen eine Teilhabe am schnellen Internet zu sichern, allen Branchen, jeder Generation, in der Stadt und auf dem Land.

    Der digitale Infrastrukturaufbau muss langfristig, dafür aber zukunftssicher gedacht werden. Wir zielen dabei auf Gigabit-Netze, die Daten schnell, sicher, energie- und verlustarm übertragen.

    Die digitalen Netze der nächsten Generation – Next Generation Access-Netze oder kurz NGA-Netze sind auf Spitzenlasten ausgelegt, verfügen über ein ausgezeichnetes Reaktionsvermögen, sind sicher und darüber hinaus langlebig.

    Ausbau von Backbone-Netzen
    In einem ersten Schritt wird die Glasfaser über das digitale Rückgrat, nämlich das Backbone-Netz, an die einzelnen Gemeinden und Städte herangeführt.

    Ausbau von FttC-Netzen für Privathaushalte als Zwischenschritt
    Internet ist heute häufig mit großen Datenmengen verknüpft, die gleichzeitig von vielen Nutzerinnen und Nutzern heruntergeladen oder ins Netz eingestellt werden. Dort, wo bereits leistungsfähiges Internet zur Verfügung steht, lassen sich beispielsweise Arbeit und Beruf über ein Home-Office-Modell vereinen, eLearning in und mit der Schule praktizieren, Warenkörbe online füllen, die Mitfahrzentrale nutzen, Angebote der verschiedenen Homepages miteinander vergleichen, Stellen- oder Wohnungsangebote sofort beantworten.

    Alle Menschen in Baden-Württemberg sollen in der Stadt und auf dem Land an sozialen Netzwerken teilhaben, sich an kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen beteiligen oder austauschen, vernetzen und informieren können.

    Die Landesregierung investiert daher in die Zukunftstechnologie Glasfaser, ermöglicht aber für Privathaushalte als Zwischenschritt auch den FttC-Ausbau mit Downloadgeschwindigkeiten von mindestens 50 Mbit/s.

    FttC: Fibre to the Curb
    wörtlich:                                Glasfaser bis zum Randstein
    technologisch:                       Glasfaser bis zum Verteilerkasten, ab dort Kupferleitungen als Hausanschlüsse

    Ausbau von FttB-Netzen für Unternehmen
    Baden-Württemberg ist stolz auf seine hohe Innovations- und Wirtschaftskraft. „Made in Baden-Württemberg“ ist weltweit gefragt. Viele kleine und mittelständische Betriebe im Ländlichen Raum sind Weltmarktführer. Rund 43 Prozent aller baden-württembergischen Unternehmen haben ihren Sitz im Ländlichen Raum. Diesen High-Tech-Standort gilt es auch künftig zu sichern.

    Baden-Württemberg soll bei der Wirtschaft 4.0 eine Vorreiterrolle einnehmen können. Die glasfaserbasierte Breitbandinfrastruktur mit symmetrischen Datenraten ist eine wichtige Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und Wettbewerb. Deshalb fördert das Land den Anschluss von Unternehmen direkt an die Glasfaser. In jedem 5. Antrag unterstützte das Land im Jahr 2016 finanziell einen FttB-Ausbau, meist um Unternehmen direkt an die Glasfaser anzuschließen.

    Die Gigabitnetze für Unternehmen, sog. FttB-Netze, mit symmetrischen Download- und Upload-Geschwindigkeiten von mindestens 50 Mbit/s bieten die Voraussetzung dafür, Firmensitze untereinander zu vernetzen, Fernwartungen zu betreiben, Abläufe permanent zu überwachen oder die Produktion mit der IT-Technik verzahnen zu können. Durch Cloud-Anwendungen, Online-Shops und einem digitalen Kundenmanagement lassen sich dank schnellem Internet auch für kleine Unternehmen kostengünstige Portale realisieren. Dadurch sind sie in der Lage, ihre Produkte über regionale Grenzen hinweg anzubieten und mögliche Nachteile der Verkehrsinfrastruktur oder des Standorts auszugleichen.

    FttB: Fibre to the Building
    wörtlich und technologisch:                   Glasfaser bis zum Gebäude,
    VwV Breitbandförderrichtlinie:               die Förderung endet jedoch an der Grundstücksgrenze!

     

    Für Fragen zur Antragstellung stehen wir Ihnen gerne unter der Email-Adresse Breitband@im.bwl.de zur Verfügung.


Neue Zuständigkeit

Mit Wirkung vom 1. Oktober 2016 ist die Zuständigkeit für die Breitbandförderung auf das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg übergegangen. Das Kompetenzzentrum Breitbandausbau wurde in das Ministerium integriert und ist über dieses telefonisch (0711 95980-0) oder per Email (breitband@im.bwl.de) erreichbar.

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