Zahlen, Daten, Fakten

Einbürgerung

Zahlen, Daten, Fakten

  • Hand mit Kreide vor Tafel mit Aufschrift Zahlen & Fakten. Quelle: Fotolia.

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat am 14. April 2016 die Einbürgerungszahlen für 2015 veröffentlicht. Demnach wurden im Verlauf des vergangenen Jahres in Baden-Württemberg 17 546 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert. Damit ist nach Angaben des Statistischen Landesamtes die Zahl der eingebürgerten Personen gegenüber dem Vorjahr um gut 4 Prozent angestiegen. Die Einbürgerungszahl lag somit im Südwesten so hoch wie seit dem Jahr 2003 nicht mehr. Gegenüber dem Jahr 2000 haben sich die Einbürgerungen allerdings um 40 Prozent verringert.

Jede fünfte Einbürgerung von türkischen Staatsangehörigen

Im vergangenen Jahr wurden in Baden‑Württemberg Ausländer aus insgesamt 143 Nationen eingebürgert. Mit Abstand am häufigsten – wie bereits in den Jahren zuvor – haben Türken (3 369) die deutsche Staatsangehörigkeit erworben; jede fünfte Einbürgerung betraf damit Personen mit einer türkischen Staatsangehörigkeit. An zweiter Stelle folgen Einbürgerungen von Staatsangehörigen der Republik Kosovo (1 376), gefolgt von Staatsangehörigen Kroatiens (1 128). Unter den 15 Herkunftsstaaten mit der höchsten Zahl an Einbürgerungen waren neben 12 europäischen auch 2 asiatische Staaten – Irak und Iran – sowie Brasilien vertreten.

Hohe Einbürgerungsquote bei Iranern und Irakern

Dass Mitbürger aus der Türkei – absolut betrachtet – in Baden‑Württemberg am häufigsten eingebürgert werden, überrascht wenig, weil diese die größte ausländische Bevölkerungsgruppe bilden. Wird deshalb die Zahl der eingebürgerten Personen auf die jeweilige Bevölkerungsgruppe bezogen, so ergibt sich ein anderes Bild: Die Einbürgerungsquote der türkischen Bevölkerung lag im vergangenen Jahr bei 1,3 Prozent und damit nur geringfügig über derjenigen der Ausländer insgesamt (1,2 Prozent). Deutlich höher war die Einbürgerungsquote insbesondere bei Personen mit einer irakischen oder iranischen Staatsangehörigkeit mit jeweils rund 5 Prozent (Schaubild 3). Sehr gering war dagegen die Quote vor allem bei Staatsangehörigen aus dem EU-Mitgliedsstaat Italien (0,5 Prozent).

Über die Hälfte der Eingebürgerten mit doppelter Staatsbürgerschaft

Die Gründe für das unterschiedliche Einbürgerungsverhalten sind vielfältig. Entscheidend für die niedrige Quote bei Menschen aus EU-Staaten dürfte sein, dass diese auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft weitgehend den deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt sind. Daneben spielt sicherlich auch die Frage eine Rolle, ob beim Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit die frühere Staatsangehörigkeit beibehalten werden kann. Dies war nach Angaben des Statistischen Landesamts im Jahr 2015 immerhin bei über der Hälfte der Einbürgerungen der Fall (58 Prozent). Allerdings gab es je nach Herkunftsland erhebliche Unterschiede: So mussten beispielsweise bei den Eingebürgerten aus der Türkei und aus der Ukraine jeweils über 90 Prozent ihre frühere Staatsangehörigkeit aufgeben, während Eingebürgerte unter anderem aus Afghanistan und aus Syrien zu 100 Prozent ihre bisherige Staatsbürgerschaft behalten konnten.

(Quelle: Auszug aus der Pressemitteilung des StaLA vom 14. April 2016)

Aktuelle Grafiken zu den Einbürgerungszahlen

Einbürgerungen von Ausländerinnen und Ausländern in Baden-Württemberg seit dem Jahr 2000 (PDF)
Nationalitäten mit den meisten Einbürgerungen im Jahr 2015 in Baden-Württemberg (PDF)
Einbürgerungsquote nach Nationalitäten im Jahr 2015 in Baden-Württemberg (PDF)
Einbürgerungsquote in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs 2011 bis 2015 (PDF)



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