Zahlen, Daten, Fakten

Einbürgerung

Zahlen, Daten, Fakten

  • Hand mit Kreide vor Tafel mit Aufschrift Zahlen & Fakten. Quelle: Fotolia.

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat am 28. März 2017 die Einbürgerungszahlen für 2016 veröffentlicht. Danach hatte Baden Württemberg im Jahr 2016 die höchste Zahl an Einbürgerungen seit 2003. Es wurden im Verlauf des vergangenen Jahres 17 791 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert.

Die Einbürgerungen von britischen Staatsbürgern haben sich mehr als verfünffacht, jede sechste Einbürgerung erfolgte bei türkischen Staatsangehörigen.

Im vergangenen Jahr wurden in Baden Württemberg Ausländer aus insgesamt 140 Nationen eingebürgert. Mit Abstand am häufigsten – wie bereits in den Jahren zuvor – haben Türken (2 948) die deutsche Staatsangehörigkeit erworben; jede sechste Einbürgerung betraf damit Personen mit einer türkischen Staatsangehörigkeit. Es folgten Einbürgerungen von Staatsangehörigen der Republik Kosovo (1 470) und Rumänien (1 013). Unter den 15 Herkunftsstaaten mit der höchsten Zahl an Einbürgerungen waren zwei asiatische Staaten – Irak und Iran – sowie 13 europäische Staaten vertreten. Zu dieser Spitzengruppe zählten auch die Briten:  386 Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs ließen sich im vergangenen Jahr einbürgern. Damit hat sich deren Zahl gegenüber 2015 – damals gab es lediglich 68 Einbürgerungen  – mehr als verfünffacht.

Dass Mitbürger aus der Türkei – absolut betrachtet – in Baden Württemberg am häufigsten eingebürgert werden, überrascht wenig, weil diese die größte ausländische Bevölkerungsgruppe bilden. Wird deshalb die Zahl der eingebürgerten Personen auf die jeweilige Bevölkerungsgruppe bezogen, so ergibt sich ein anderes Bild: Die Einbürgerungsquote der türkischen Bevölkerung lag im vergangenen Jahr bei 1,1 Prozent und damit sogar leicht unter derjenigen der Ausländer insgesamt (1,2 Prozent).
Deutlich höher war die Einbürgerungsquote insbesondere bei Personen mit einer iranischen Staatsangehörigkeit mit 4,3 Prozent. Bereits an zweiter Stelle folgten die britischen Staatsangehörigen mit einer Quote von 3,3 Prozent. Sehr gering war da-gegen die Einbürgerungsquote vor allem bei Staatsangehörigen aus dem EU-Mitgliedsstaat Italien (0,6 Prozent).

60 Prozent der Eingebürgerten erhielten die doppelte Staatsbürgerschaft
Die Gründe für das unterschiedliche Einbürgerungsverhalten sind vielfältig. Entscheidend für die niedrige Quote bei Menschen aus EU-Staaten dürfte sein, dass diese auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft weitgehend den deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt sind. Daneben spielt sicherlich auch die Frage eine Rolle, ob beim Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit die frühere Staatsangehörigkeit beibehalten werden kann. Dies war nach Angaben des Statistischen Landesamts im Jahr 2016 immerhin bei 60 Prozent der Eingebürgerten der Fall.

Allerdings gab es je nach Herkunftsland erhebliche Unterschiede. So mussten beispielsweise bei den Eingebürgerten aus der Türkei und aus der Ukraine jeweils deutlich mehr als 90 Prozent ihre frühere Staatsangehörigkeit aufgeben, während Eingebürgerte unter anderem aus dem Iran und aus Syrien zu 100 Prozent ihre bisherige Staatsbürgerschaft behalten konnten. Bei britischen Staatsbürgern war dies zu 99 Prozent der Fall.

(Quelle: Auszug aus der Pressemitteilung des StaLA vom 28. März 2017)

Aktuelle Grafiken zu den Einbürgerungszahlen

Einbürgerungen von Ausländerinnen und Ausländern in Baden-Württemberg seit dem Jahr 2000 (PDF)
Nationalitäten mit den meisten Einbürgerungen im Jahr 2015 in Baden-Württemberg (PDF)
Einbürgerungsquote nach Nationalitäten im Jahr 2015 in Baden-Württemberg (PDF)
Einbürgerungsquote in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs 2011 bis 2015 (PDF)



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